Donnerstag, 13. August 2026
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Matthias Brandt hielt sich als Sohn des ehemaligen Bundeskanzlers Willy Brandt mit politischen Aussagen lange zurück. „Wenn ich Blödsinn erzähle, ist es aufgrund meiner Herkunft noch größerer Blödsinn. Ein anstrengender Gedanke.“ Warum er diese Anstrengung nun doch für nötig hält, wie Widerstand heutzutage aussehen kann und welche moralischen Instanzen er gelten lässt, verrät der Autor und Schauspieler im Gespräch.
Hella von Sinnen spricht im Dokumentarfilm "Was haben wir gelacht" neben anderen humorbegabten Frauen über ihre Erfahrungen in der männerdominierten Medienlandschaft der Neunzigerjahre, als sexistische Sprüche und Witze an der Tagesordnung waren. Im Telefoninterview erzählt die Komikerin, wem sie ihr großes Selbstvertrauen zu verdanken hat, welche Rolle Astrologie für sie spielt und was Hella Kemper von Hella von Sinnen unterscheidet.
Irvine Welsh glaubt: „Erst nach seiner Unabhängigkeit wird Schottland so richtig aufblühen.“ Was die Unabhängigkeitsfrage mit seinem Land macht, warum Beziehungen mit zunehmendem Alter besser werden und wieso er sozialen Wandel nach über 30 Jahren heute wieder für möglich hält, hat der Kult-Autor bei einem Treffen in Berlin offenbart.
Corinna Harfouch hat für das Gespräch ins Brecht-Weigel-Haus eingeladen, wo sie derzeit für einen Brecht-Abend recherchiert. Bertolt Brecht und seine Gedichte sind für die Schauspielerin in vieler Hinsicht gegenwärtig. Themen wie die Hinwendung des Menschen zu faschistischem Gedankengut treiben sie um. Rund zwei Stunden spricht sie darüber in beunruhigter Nachdenklichkeit.
Jan Fleischhauer legt in seinen Büchern und Kolumnen gern den Finger in die Wunden von Grünen, Klima-Aktivisten, woken Linken. In seinem neuesten Buch nimmt er nun das „Mehrheitsparadox“ in den Blick und erörtert den Umstand, dass sich ein Großteil der Deutschen von der Politik und den Medien nicht gesehen fühlt. Während des Gesprächs in seinem Eigenheim zeigt er sich allerdings nicht nur als konservativer Polemiker, sondern auch als freundlicher Gastgeber.
Sasa Hanten ist Kunstsachverständige, Rechtsanwältin, Autorin, selbsternannte Elfe und „gerne übertrieben gut gelaunt“. Kein Wunder, dass sie Glück für eine bewusste Lebenseinstellung hält, die es zu kultivieren gilt. Ein Gespräch wie eine Endorphin-Kur über Sachverstand und Menschlichkeit, Kunstsammler und den würdigen Umgang mit Alten und Kranken.
Meikel Mathias hat sich für seinen Sach-Comic „Strong Men“ in die sogenannte Manosphere und damit dunkle Ecken des Internets begeben. Welche Beobachtungen der Illustrator bei der Beschäftigung mit Manfluencern, Incels und Pick-up-Artists in Sachen Männlichkeit gemacht hat, erzählt er im Interview.
Liya Yu denkt Politik vom Gehirn aus. Warum sich gesellschaftliche Konflikte nicht allein durch Moral lösen lassen und wie die kognitiven Voraussetzungen für ein gelungenes Zusammenleben aussehen, erklärt die neuropolitische Philosophin in einem Gespräch über Mentalisierung, Ehrfurcht und eine aus ihrer Sicht dringend nötige neue Lust an der Demokratie.
Seyda Kurt hat nach zwei Sachbüchern nun ihren Debütroman »Zeit der Monster« veröffentlicht, der in einer Umgebung spielt, die an Köln-Kalk erinnert, wo sie aufgewachsen ist. Im Interview seziert die Journalistin ihre Erinnerungen an einen Ort, der von anderen oft als »Problemviertel« und »Drogensumpf« bezeichnet worden ist, und erklärt, wie dieser sie bis heute politisiert.
Jella Haase geht dank ihrer aktuellen Rolle in „Gentle Monster“ mit anderen Augen durch die Welt: „Dass es so ein Riesenproblem gibt, wurde mir erst durch die Recherche bewusst.“ Im Interview erklärt die Schauspielerin, was sie durch die Arbeit an dem Film über Missbrauch an Kindern und entsprechenden Darstellungen im Internet gelernt hat, weshalb sie sogenanntem Fotzenrap mag und wie sie zum Aushalten von Ambivalenzen steht.
Die nächste Ausgabe GALORE Nr. 79 erscheint am Donnerstag, 8. Oktober 2026.