Jakob Augstein

Jakob Augstein

„Wahrheit macht mich taub und stumm.“

Fotos:
  • Lena Giovanazzi
Leserbewertung:

Zur Person

05. Januar 2022, Berlin-Charlottenburg. Süße Tiere? Man hätte nicht geglaubt, dass Jakob Augstein das Attribut „süß“ verwendet. Aber er mag sie eben, die zwei Kanarienvögel, die seit zwei Jahren in seinem Arbeitszimmer zu Gast sind. Vom Schreibtisch aus geht der Blick direkt auf die beiden. Ein Weibchen, ein Männchen. Die wie heißen? Augstein lacht. Wieso sollen die Namen haben? Niemand sonst in der Familie habe sich bereit erklärt, sie aufzunehmen. Er aber mag ihr Piepsen und Zwitschern, es ist während des eineinhalbstündigen Telefonats fast ununterbrochen zu hören. In die Geräuschkulisse mischen sich Schritte – der Autor bewegt sich gerne – sowie das Klackern des Kugelschreibers, den er in der Hand hält. Die Themen sind groß: Wahrheit, Freiheit, Reue. Von Jakob Augstein kommen keine fertigen Sätze. Es scheint, als wolle er sich die Welt mit seiner heiter-melancholischen Art in jedem Gespräch neu erschließen.

Jakob Augstein, sind Sie glücklich?

Ja.

Woher wissen Sie das?

Weil ich mich glücklich fühle.

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