Sebastian Fitzek

Sebastian Fitzek

„Früher ahnte man nur, wer einen nicht gut findet. Heute weiß man das.“

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Zur Person

23. Oktober 2018, Berlin. Thriller-Wetter in der Hauptstadt: Ein feiner Nieselregen liegt über Berlin, immer wieder durchziehen Sturmböen die Straßen unweit des Grunewalds. Das Büro von Sebastian Fitzek liegt umringt von imposanten Villen versteckt in einem unauffälligen Zweckbau. Hier entstehen seine Bestseller, die ihn zum deutschen Thriller-König gemacht haben. Der Autor telefoniert noch mit einem Bekannten, beendet das Gespräch mit der Ankündigung, diesen in einer halben Stunde zurückzurufen. Doch dazu kommt es vorerst nicht, denn Fitzek nimmt sich mehr als zwei Stunden Zeit, um über die Ängste von Eltern, den Zufall des Erfolges und das Böse im Menschen zu reden.

Herr Fitzek, wann hatten Sie das letzte Mal das Gefühl, jemanden gelangweilt zu haben?

Da muss ich tatsächlich überlegen. Jeder hat Geschichten, die er irgendwie loswerden muss. Etwa, wenn man einem alten Bekannten begegnet, den man längere Zeit nicht gesehen hat. Oder auch Storys, die man immer wieder erzählt. Meistens trifft das Schicksal dann meine Frau. (überlegt) Ich habe häufig Angst, sie zu langweilen. Deshalb stimme ich mich manchmal schon im Vorfeld mit ihr ab, was sie zu hören bereit ist, damit sie nicht mit den Augen rollt. Außerdem habe ich auch immer Sorge, Geschichten doppelt und dreifach zu erzählen. Gerade bei meinen Kindern, sie denken bestimmt häufiger, jetzt erzählt Papa wieder seine Geschichten.

Treibt Sie dieses Unbehagen auch in der Öffentlichkeit um?

Oh ja, besonders, wenn ich an Orten bin, an denen ich schon mehrfach Lesungen gehalten habe. Etwa zehn Prozent des Publikums kennen bereits die eine oder andere Anekdote. Doch dass mir jemand direkt ins Gesicht gegähnt hat, das ist schon lang her.

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