Peter Rüchel

Peter Rüchel

„Ich und Rockmusikfan? Kein bisschen.“

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Zur Person

15.05.2017, Leverkusen. Peter Rüchel genießt die Frühsommersonne auf dem Balkon, die Klingel hört er nicht – die vielen Konzerte, die er besucht und veranstaltet hat, zollen ihren Tribut. Rüchel ist der Mann, der den Deutschen in den 70er-Jahren die Rockmusik ins Wohnzimmer gebracht hat. Das von ihm erfundene Format „Rockpalast“ wird in diesem Sommer 40 Jahre alt, er ist 80 geworden. Das Gespräch findet in seinem Arbeitszimmer statt, seine Musiksammlung ist groß, aber nicht gigantisch – ein Plattensammler ist er nicht. Was er aber sammelt, sind Fakten: Bis ins Detail erinnert sich Peter Rüchel an seinen Werdegang, der ihn von Opernbesuchen als Teenager über die APO-Zeit in Berlin bis zum Rockpalast führte. Wobei den jungen Rüchel populäre Musik überhaupt nicht interessierte.

Herr Rüchel, Sie sind in diesem Jahr 80 geworden...

... und ich weiß gar nicht, wie das passiert ist. Wo sind die Jahre hin? Ich weiß es nicht. Mein erster Sohn ist jetzt schon 50. Es ist für mich sehr schwer nachzuhalten, wie die Zeit vergangen ist. Als es mit dem Rockpalast losging, fragte man uns: Wie lange wollt ihr das denn machen? Wie antworteten, och, das kann schon ewig laufen. Heute weiß ich, dass wir damals eine andere Vorstellung von der Ewigkeit besaßen, als ich sie heute besitze. Wer jung ist, denkt an vier oder fünf Jahre. Heute prasselt die Ewigkeit in Gestalt von Jubiläen und Jahrestagen auf mich ein.

Welche sind das?

Verpasst habe ich den 60. Jahrestag meines Abiturs. Sehr bald steht der 50. Jahrestag der Gründung des Jugendradioprogramms S-F-Beat an, bei dem ich meine ersten beruflichen Schritte als Redaktionsassistent gemacht habe. Und am 22. Juli jährt sich dann die allererste Rockpalast-Nacht zum 40. Mal. Es ist also gut was los.

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