Jonathan Safran Foer

Jonathan Safran Foer

„Gewaltlosigkeit beginnt für mich beim Frühstück.“

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  • Peter Peitsch
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Zur Person

19.09.2005, München. Am Tag nach der Bundestagswahl ist Jonathan Safran Foer bestens informiert über die politischen Geschehnisse in Deutschland: „Unglaublich, wie Schröder sich gestern im Fernsehen aufgeführt hat.“ Wir setzen uns in ein Café in Nähe seines Hotels; es gibt Donuts und Kaffee aus XXL-Tassen.

Herr Foer, reicht es als Schriftsteller, wenn man Interesse am Schreiben, an der Form und Sprache hat? Oder muss man mindestens genauso viel Interesse an Menschen haben?

Jonathan Safran Foer: Das kann ich schwer beantworten, denn ehrlich gesagt habe ich gar kein so großes Interesse am Schreiben. Es gibt Sachen, die mir wichtig sind: Ich will Spaß haben, ein gutes Leben führen. Ich will etwas machen, das ich mit anderen Menschen teilen kann. Bis zum jetzigen Zeitpunkt in meinem Leben war das Schreiben ein guter Weg, diese Dinge zu verwirklichen. Aber es gibt eine ziemlich laute Stimme in mir, die hofft, dass ich in fünf Jahren kein Schriftsteller mehr bin.

Es gibt aber viele Leute, die Sie bewundern, die von Ihren Büchern beeindruckt sind.

Ja. (überlegt) Manchmal kommen Leute zu mir und sagen: „Ihr Buch war wunderbar, ich habe es an einem Tag verschlungen.“ Ein Teil in mir freut sich dann: Das ist schön, es hat Ihnen offensichtlich gefallen. Ein anderer Teil denkt sich aber: Verdammt, ich habe drei Jahre damit verbracht, es zu schreiben und Sie lesen es in einem Tag. Da stimmt das Verhältnis, die Verzinsung, wenn Sie so wollen, nicht.

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