John von Düffel

John von Düffel

„Als Schriftsteller kann man aus dem Scheitern immerhin noch eine Geschichte machen.“

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  • Thomas Schloemann
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Zur Person

06.12.2007, Hamburg. Bestseller-Autor John von Düffel sitzt entspannt inmitten der Papierberge in seinem Büro in der Dramaturgie des Thalia Theaters. Mit großer Offenheit wagt er den Blick in die eigenen Abgründe und begegnet den Facetten seiner Persönlichkeit mit Humor.

Herr von Düffel, Sie haben gerade ein Theaterstück über die Liebe abgeschlossen. Es handelt sich dabei um sieben Szenen nach Sonetten von Shakespeare. Was ist die wichtigste Erkenntnis, die Sie aus dieser Arbeit gewonnen haben?

John von Düffel: Dass es mit der Liebe wie bei einem Zauber ist: Wenn man versucht, ihn zu greifen, ist er auf einmal nicht mehr da. Ich glaube, bei dem Zusammenleben in Liebe begibt man sich in ein Wechselspiel. Eine Seite des einen beschwört beim anderen eine Seite herauf und küsst sie wach. Das Gleichgewicht in einer Beziehung ist nichts Festes, sondern erzeugt sich ständig neu aus diesen Bewegungen. Etwa wie in einem Wasserbett. (lacht)

Diese Thematik greifen Sie auch in Ihrem Roman „Beste Jahre“ auf. Das beschriebene Paar hat es schön miteinander, doch es bahnt sich eine gewisse Leere an.

Die beiden haben keine Midlife-Crisis, sondern sind eigentlich glücklich. Doch Zustände von Glück sind immer sehr instabil. Bei den beiden entsteht die Frage: Was kommt jetzt noch? Liegen die besten Jahre noch vor uns oder hatten wir sie schon? Romane und Filme hören normalerweise beim Happy End auf, hier geht es erst los. Was macht das Paar mit seinem Glück, wie findet es seine Fortsetzung?

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