Jörg Hartmann
„Ich wollte die Welt retten. Gut, hat nicht geklappt.“
Zur Person
Jörg Hartmann (geboren am 8.6.1969 in Hagen) wuchs am Rand des Ruhrgebiets in Herdecke auf. Um in die Fußstapfen seines Vaters Hubert Hartmann, einer Handball-Legende, zu treten, fehlte ihm das Talent. Er hatte dafür seine ersten Auftritte in der Theater-AG an der Realschule und später in der Laienspieltruppe Stiftsplatz-Theater. Nach dem Abitur studierte Jörg Hartmann in Stuttgart an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst. Nach Engagements am Staatstheater Meiningen und am Nationaltheater Mannheim gehörte er von 1999 bis 2009 fest zum Ensemble der Berliner Schaubühne, wo er seit 2016 als Gast wieder regelmäßig zu sehen ist. Seit 1999 arbeitet er auch für Fernsehen und Kino. Einem breiten Publikum wurde er als Stasi-Offizier Falk Kupfer in der Serie „Weissensee“ bekannt, außerdem durch Rollen im Mehrteiler „Die Wölfe“ und in der Serie „Homeland“. In „Bella Block“ spielte er erstmals einen Kommissar, seit 2012 ermittelt er in Dortmund als „Tatort“-Kommissar Peter Faber. Für sein eindringliches Spiel erhielt er unter anderem den Deutschen Fernsehpreis, die Goldene Kamera und den Grimme-Preis. Hartmann hat drei Kinder, lebt in Potsdam, interessiert sich für Architektur und neuerdings auch für Fußball.
10. Dezember 2018, Berlin. Zwei Minuten nach der verabredeten Zeit um 10 Uhr vormittags betritt er das Schwarze Café nahe Savignyplatz in Charlottenburg. Erster Satz: „Ich hasse es, zu spät zu kommen.“ Er habe noch seine zwei kleinen Kinder in die Kita bringen müssen. Der Schauspieler reibt sich die Hände, zieht die Schultern hoch – ihm sei kalt. Während des Interviews lässt er seinen Anorak an. So düster die Rollen auch oft sind, die er spielt: Es sind eben nur Rollen. Der private Jörg Hartmann ist ganz vom Schlag eines Menschen aus dem Ruhrgebiet: bodenständig, direkt – und sehr humorvoll. Es ist ein Gespräch wie unter Kumpels an der Biertheke. Für ein Pils ist es noch zu früh, er bestellt einen Cappuccino. Gerade aus Uruguay zurück fällt ihm mehr denn je auf, dass hierzulande chronische Muffeligkeit herrscht. Und er fragt sich: Was soll das?
Herr Hartmann, Sie wirken müde.
Man sieht es mir also an. (lacht)
Und wie.
Ich war vier Wochen in Uruguay, bei Dreharbeiten, und kam erst vorgestern zurück. Ich hänge also mittendrin im Jetlag. Ich habe in der Nacht kaum geschlafen. Eigentlich gar nicht.