Jan Böhmermann

Jan Böhmermann

„Ich habe keinen Bock auf eindimensionale Dinge.“

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  • Christian Faustus
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Zur Person

20.11.2015, Köln. Morgens halb zehn in Köln-Ehrenfeld. Jan Böhmermann, 34, fährt mit der Familienkutsche vor und schließt die Tür seiner Produktionsfirma auf. Sein Smartphone hat er im Auto vergessen, was ihn beim Kaffeemachen nervös macht. Als das Gerät auf dem Tisch liegt, kann es losgehen: Auf Kommando kann er lustige Sachen sagen, ist aber froh, wenn man das nicht von ihm verlangt. Im Interview geht es um schales Testosteron und das Gaddafi-Syndrom, um naive Fragen und vorschnelle Antworten. Nach dem Gespräch eilt er weiter in die Kölner Innenstadt, wo eine neue Folge seiner Radiosendung mit Olli Schulz aufgezeichnet wird. Gestresst wirkt er dennoch nicht. Trotzdem: Das Tempo ist hoch. Es gibt ja auch viel zu erzählen.

Herr Böhmermann, als Mitte November für zwei Tage Xavier Naidoo zum deutschen Vertreter beim Eurovision Song Contest ausgerufen wurde, flehte die „Süddeutsche Zeitung“, Sie müssten den Fall übernehmen und für Klarheit sorgen. Nun ist es schon soweit, dass die größte deutsche Tageszeitung nach Ihnen ruft, wenn es ein Problem zu lösen gibt. Was sagt uns das?

Jan Böhmermann: Für mich ist das in erster Linie ein Zeichen dafür, sich für ein paar Wochen zurückzuziehen und den Irrsinn nicht weiter an sich heranzulassen.

Hat denn der Irrsinn in der Welt tatsächlich zugenommen oder wird nur ausufernder darüber gequatscht?

Keine Ahnung. Ich bin nur ein Freak aus Bremen-Nord. Antworten auf solche Weltfragen hätte Helmut Schmidt gewusst. Leider ist es nun zu spät, ihn zu fragen.

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