Dunja Hayali

Dunja Hayali

„Sie und ich haben im Geburten-Lotto doch wirklich gewonnen.“

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  • Jennifer Fey
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Zur Person

22.08.2016, Berlin. Die Agentur von Dunja Hayali liegt mitten in Friedrichshain in einem Altbauhotel nahe des S-Bahnhofs Warschauer Straße. Im Erdgeschoss betreiben junge Menschen ein alternatives Café mit veganer Kaffeesahne und Bücherwand für die Gäste. Auf der Straße tummeln sich Menschen, mit denen sich eine Vorabendserie, eine Start-up-Dokumentation und ein Gangster-Rap-Video gleichzeitig drehen ließen. Die Stimmung ist hektisch, aber friedlich. Ein Baugerüst versteckt die alte Gebäudefront. Tags zuvor hat die Bundesregierung ein neues Sicherheitskonzept vorgelegt, das den Menschen empfiehlt, Vorräte für zehn Tage anzulegen.

Frau Hayali, haben Sie schon angefangen, Hamsterkäufe zu tätigen?

Ich habe gestern auf Twitter ein Foto mit meiner Hündin Emma gepostet. Sie trägt eine Stofftiermaus auf dem Kopf. Ich schreibe: „Wir haben jetzt lange darüber diskutiert, Emma möchte einfach keine Hamster.“ Ansonsten habe ich von allem, was ich gerne esse, sowieso immer mehrere Packungen parat. Die Regierung darf in meinem Fall unbesorgt sein.

Steckt hinter jeder politischen These oder Aussage eigentlich immer ein verstecktes „eigentliches“ Interesse?

Sicher muss man häufig zwischen den Zeilen lesen, um herauszufinden, welche Agenda verfolgt wird, aber nicht hinter allem steckt eine Verschwörung und schon gar nicht teile ich die Vermutung, dass wir uns „in Wahrheit“ auf einem ganz anderen Weg befinden als dem, der uns gerade präsentiert wird. Wir leben hier in einer Demokratie und einem der besten Länder überhaupt. Ich würde diese Frage anders beantworten, wenn wir uns in China oder Nordkorea befänden. Deswegen ärgert es mich, wenn jemand davon spricht, dass Deutschland sich wie eine Diktatur verhält. Die Leute sollten sich genau überlegen, was Diktatur bedeutet.

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