T.C. Boyle
„Es macht kaum einen Unterschied, ob du eine Geschichte liest oder schreibst.“
Zur Person
Thomas Coraghessan Boyle (geboren am 02. Dezember 1948 in Peekskill, New York als Sohn eines Busfahrers und einer Sekretärin) jobbt nach seinem Studium zunächst als Highschool-Lehrer und rutscht bald darauf in eine Alkohol- und Heroinsucht ab. Er geht zurück an die Uni, promoviert und besucht den renommierten „Writer’s Workshop“ der Iowa State University. Bereits sein erster Roman „Wassermusik“ wird 1983 zum US-Bestseller, es folgen bis heute zwölf Bände mit Kurzgeschichten und zwanzig Romane, inklusive seines neuesten Werks „No Way Home“. Seit 1986 ist der Autor als Professor an der University of Southern California tätig und gibt dort Blockseminare im kreativen Schreiben. T.C. Boyle lebt mit seiner Frau in Santa Barbaras Reichenviertel Montecito. Offenbar in Strandnähe.
28.09.2004, Santa Barbara. Wir treffen TC Boyle in seiner Lieblingsbar „Peabodys“, nur unweit seines Hauses. Innerhalb von annähernd drei Stunden streifen wir bald alle Themen, die der US-amerikanische Star-Autor auch immer wieder in seinen Büchern aufgreift. Dabei essen wir Tapas und trinken Rum-Cola. Immer wieder geht sein Blick zum TV, in dem gerade ein Baseball-Spiel übertragen wird.
Es ist schön hier in Santa Barbara. Sehr vornehm, still und entspannt. Hier lässt es sich bestimmt hervorragend neue Romane und Geschichten schreiben. Die Aufgabe, der Sie seit nunmehr drei Jahrzehnten ununterbrochen nachgehen.
T.C. Boyle: Vollkommen. Es leben gute Menschen hier. Nette Leute. Viele davon haben bereits ein bewegtes Leben hinter sich. Es gibt immer viel zu erzählen an einem Nachmittag wie diesem. Außerdem sind die Farben so intensiv hier. Schauen Sie sich nur die Pflanzen an: Sie wirken wie angesprayt. Das macht das Klima hier am Meer.
Ich muss mich im Übrigen noch für meine Verspätung entschuldigen. Ich habe diese Bar hier nicht auf Anhieb gefunden.
Das macht nichts. Ich wäre sowieso hier gewesen. Ich bin oft im ‚Peabody’s’.