Christian Brückner

Christian Brückner

„Ohne die Pause wird das Wort zur Qual.“

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Zur Person

28.08.2007, Hamburg. Nach einem kurzen Spaziergang entscheiden wir uns anstelle eines geplanten Mittagessens für eine Bar in St. Georg und bestellen Kaffee. Der Synchronsprecher Christian Brückner hat viel Zeit mitgebracht. Er spricht – kaum verwunderlich – sorgfältig und formvollendet.

Herr Brückner, eigentlich wollte ich Sie gerade zum Essen einladen. Sie lehnten ab, weil Sie der Auffassung waren, man solle ein schönes Essen nicht mit so viel Gespräch verwässern.

Christian Brückner: Ja, weil ich genau das neulich im Fernsehen erlebt habe. Ich war bei „Zimmer frei“ eingeladen, und die Sendung beginnt ja immer mit einem gemeinsamen Essen. Sie hatten einen vorzüglichen Wolfsbarsch zubereitet, und nach drei Minuten wurde dieses exzellente Mahl dann sachte beiseite geschoben. Das war wirklich schade.

Ihre Stimme lenkt offenbar noch vom leckersten Fisch ab. Wie viel an einer solch außergewöhnlichen Stimme ist Training, wie viel angeboren?

Die Stimme ist naturgegeben, selbst mit Training wird sie sich nicht substanziell verändern. Mit Training verbessert man lediglich ihre Ausdrucksmöglichkeiten. Es ist die Voraussetzung, um der Stimme den Korpus zu geben, sich in allen Varianten und Facetten zu öffnen. Man lernt dadurch, bewusst und gesteuert zu sprechen. Trainieren Sie noch neue Facetten Ihrer Stimme? Nein. Seit ewigen Zeiten findet das Entdecken der letzten Nuancen nur noch im direkten Prozess der Arbeit statt.

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