Bühne

So war die erste Ausgabe des The New Black!

So war die erste Ausgabe des The New Black!

Foto: Muhammad Salah Abdulaziz


Am 6. April fand die Erstausgabe des The New Black im Berliner Theater des Westens statt – ein internationales und interdisziplinäres Festival, das die Kreativität Schwarzer Kultur mit einem vielfältigen Programm aus Literatur und Musik in den Mittelpunkt gestellt hat. Wir sprachen mit dem Autor und Initiator Pierrot Raschdorff, der das Festival gemeinsam mit Kulturmanager Noah Anderson kuratiert hat.

Ein Kreativ- und Kulturfestival und ein Safe Space für die Black Community. Mit dem The New Black Festival wurde in diesem Jahr ein einzigartiger Raum für Austausch, Inspiration und Resilienz geschaffen, der zugleich ein neues Narrativ erzeugte. Neben musikalischen Darbietungen von Alfa Mist, Les Amazones d'Afrique und Afrob, gab es unter dem Titel "Black Leadership in Deutschlands Kultureinrichtungen" Podiumsdiskussionen sowie weitere Formate mit hochkarätigen Gästen, wie zum Beispiel Simon Usifo, Milka Loff Fernandes, Thelma Buabeng und Jalil. Ebenso gab es ein Gespräch sowie Lesungen mit der Moderatorin und Grimmepreis-Trägerin Anna Dushime und den Bestseller- Autorinnen Alice Hasters und Melanie Raabe.

Herr Raschdorff, in diesem Jahr fand im Berliner Theater des Westens erstmalig das The New Black Festival statt. Welches Fazit ziehen Sie? Dass es so positiv angenommen wurde, hat uns besonders gefreut. Die Grundidee war ja, mit dem Festival eine Inspirationsquelle für Schwarze Kulturschaffende und Kreative in Deutschland zu schaffen und dies fernab von klassischen Rollenbildern. Wir stellten die Kreativität in den Vordergrund und ließen das Programm für sich sprechen...

Apropos Raum: Welche Rolle hat das Theater des Westens, in dem 1929 Josephine Baker aufgetreten ist, für das Festival gespielt?
Ich glaube, dass der Ort sehr stark mit dem Festival verbunden ist – allerdings muss der Ort keineswegs dem typischen Bild einer Festivallocation entsprechen, wie man am Theater des Westens sieht. Dass die Schwarze Community diesen Raum für sich eingenommen hat, war für viele überraschend. Dadurch haben wir mit Stereotypen gebrochen, ein neues Narrativ geschaffen. Für viele Besucher:innen war das ein empowerndes Erlebnis – immerhin wurde der Raum durch unterschiedliche Disziplinen besetzt. Jedoch müsste es, mit Blick auf die nächste Ausgabe, nicht zwingend wieder das Theater des Westens sein – obwohl das natürlich sehr schön war.

Ein Blick auf das Line-Up namhafter Festivals zeigt: Weibliche Personen sowie PoC sowie BPoC stellen nach wie vor eine Minderheit in der Festivallandschaft dar. Was tut die Musikbranche im Einzelnen und BMG im speziellen, um die Diversität innerhalb der Branche zu fördern? Das stimmt – und genau deswegen haben wir das gemacht; um etwas zu bewegen und mehr Sichtbarkeit zu schaffen. Ob BMG im kommenden Jahr nochmal Teil des Ganzen sein wird, steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest. Mein Ziel ist es aber auf jeden Fall, die Diversität innerhalb der Musikbranche weiter voranzutreiben.

Auf was können Besucher:innen sich im kommenden Jahr freuen?. Ich würde sagen, dass es mit Blick auf die kommende Ausgabe keine größeren Veränderungen braucht und wir das Konzept weitestgehend beibehalten würden. Jetzt haben wir diese Marke etabliert, die man durch kleinere Veranstaltungen nochmal erweitern könnte. Über die Bedeutung des Raums haben wir ja schon gesprochen – und da haben wir eine gewisse Vielfältigkeit, was das Programm angeht, die Gesprächsformate, Literatur, Musik und so weiter. Ich glaube, was es beim nächsten Mal noch stärker baucht, wären mehr Möglichkeiten des Austauschs. Bei der diesjährigen Ausgabe hatten wir ein relativ volles Programm. Das könnte man im kommenden Jahr eventuell noch ein bisschen anders gestalten.