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14.10. | Heimkinotipp der Woche

Kajillionaire

Zorro Medien

14.10. | Heimkinotipp der Woche - Kajillionaire

Traumprojekt

Miranda July schreibt Romane und Geschichten, macht Konzeptkunst und Performances – und legt mit „Kajillionaire“ nun ihren dritten Spielfilm vor.

Miss July, die erste Idee für „Kajillionaire“ waren die drei Figuren im Zentrum, Vater, Mutter, Tochter. Wussten Sie sofort: das wird ein Film?
Ja, das wusste ich, aber der Prozess war ein anderer, als Sie denken. Dass mein nächstes Projekt ein Film wird, war immer klar, denn nach jedem Buch nehme ich mir einen Film vor und umgekehrt. Zum Zeitpunkt, als mir nachts im Halbschlaf diese Familienkonstellation erschien, war ich entsprechend schon eine Weile auf der Suche nach einer zündenden Idee dafür.

Warum diese Regel, dass auf einen Roman ein Film folgt und umgekehrt?
Vor allem weil Spielfilme einfach so eine langwierige Angelegenheit sind. Wenn ich zwei davon nacheinander drehen würde, hätte ich Angst, meine Agilität als Romanautorin zu verlieren. Ich möchte alle meine künstlerischen Muskeln einigermaßen gleichmäßig trainieren. Außerdem tut mir Abwechslung einfach gut. Wobei das auch keine allzu strenge Regel ist, die man nicht brechen dürfte.

Wie gehen Sie mit der Langwierigkeit des Filmemachens um?
Ich habe schon früh gelernt, dass man Geduld haben muss, wenn man Filme drehen will. Ganze Welten in Bilder umzusetzen, ist eben aufwändig. Das gehört einfach dazu, zumal wenn man seine Sache gut machen will. Außerdem brauchen ja auch Bücher eine Ewigkeit, bis sie fertig sind. Trotzdem kann ich nicht leugnen, dass ich mich manchmal danach sehne, Ideen sehr viel unmittelbarer umzusetzen und schneller in Kontakt mit einem Publikum zu treten. Deswegen macht es mir manchmal Spaß, etwa mit Instagram-Videos zu arbeiten und quasi direkt in der Gegenwart zu interagieren.

Anders als bei Ihren vorherigen Filmen standen Sie für „Kajillionaire“ nicht selbst vor der Kamera. Eine Erleichterung?
Unbedingt. Es hat bei den anderen Filmen schon Sinn gemacht, nicht zuletzt bei „Ich und Du und alle, die wir kennen“. Damals war alles noch neu für mich. Ich hatte das Gefühl, meine Stimme als Filmemacherin erst finden und etablieren zu müssen, deswegen wollte ich jeden Aspekt des Prozesses kontrollieren können. Inzwischen habe ich den Eindruck, dass alle Mitstreiter mit meiner Stimme vertraut sind, deswegen muss ich nicht mehr vor der Kamera involviert sein.

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Kajillionaire
Good!movies, 02. September

Mit Mitte 20 kennt Old Dolio (Eva Rachel Wood) keinen anderen Alltag, als sich gemeinsam mit den Eltern (Debra Winger & Richard Jenkins) mit zweitklassigen Trickbetrügereien über Wasser zu halten. Doch als das Trio eine neue Mitstreiterin (Gina Rodriguez) bekommt, verschiebt sich die Dynamik – und damit auch der Blick aufs Leben. Wunderbar schräg, unverwechselbar verschroben und voller erstaunlicher Einfälle, aber auf tragikomische Weise trotzdem Julys bislang zugänglichster Film.