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08.01. | DVDs der Woche

Blackkklansman • Die Wege des Herrn

08.01. | DVDs der Woche - Blackkklansman • Die Wege des Herrn

BlackklansmanBLACKKKLANSMAN

Universal • 21. Dezember

Es wäre alles zum Schreien, wenn es nicht so verdammt ernst wäre. Das Gefühl beschleicht einen bei der „heute-show“ und „BlacKkKlansman“ gleichermaßen. Der US-Regisseur Spike Lee, der gern mit Sozialdramen den latent faulen US-amerikanischen Zahn des Rassenhasses anbohrt, hat mit seinem Thriller ein wahres Meisterstück vorgelegt. Alles dreht sich um einen schwarzen Cop, der sich in den 1970er-Jahren aus investigativen Gründen in den rechtsextremen Ku-Klux-Klan als reguläres Mitglied eingeschmuggelt und ihn bis in die höchsten Kreise ausräuchert. Großartig, wie John David Washington den nassforschen Ermittler Ron Stallworth (den gab es wirklich!) mimt, der sich für öffentliche Auftritte von seinem tumb scheinenden, aber gewitzten Kollegen Flip Zimmerman (ebenso brillant: Adam Driver) vertreten lässt. Spannend enttarnt Lee den braunen Sumpf in der ach so bürgerlichen Gesellschafft und zieht dabei noch beißende Analogien zur USA der TrumpÄra. „America first“ hier wie dort! Wie gesagt: Es wäre zum Schreien. Jörg Gerle


Die Wege des Herrn DIE WEGE DES HERRN

Eurovideo • 04. Dezember

Auch Dänemark mischt gerne bei Serienproduktionen mit, denen man international Anerkennung zollt. Nachdem Drehbuchautor Adam Price 2011 mit „Borgen“, einem politischen Drama rund um die dänische Regierung, einen Volltreffer landete, schnappt er sich nun Lars Mikkelsen (u.a. „House of Cards“ und „Sherlock“) und verleiht ihm die Rolle des tiefgläubigen Pfarrers Johannes. Dieser ist zwar gottesfürchtig und könnte bald Bischof von Kopenhagen werden – privat liegt allerdings einiges im Argen. Ausufernder Alkoholkonsum trübt das Verhältnis zu seiner Frau und seinen beiden Söhnen, von denen einer in seine religiösen Fußstapfen treten will und der andere im ständigen Zwist mit ihm lebt. Die Ambivalenz, die zwischen den dysfunktionalen Familienbeziehungen und dem übergeordneten Rahmen der Religiosität entsteht, ist es auch, was „Die Wege des Herrn“ so reizvoll macht – ganz abgesehen von dem gleichzeitig unwiderstehlichen und abstoßenden Charisma, das Mikkelsen seiner Rolle angedeihen lässt. Lars Backhaus