Musik

07.06. | KEØMA »Saudade«

07.06. | KEØMA »Saudade«


Keoma
KEØMA
Saudade
Embassy of Music • 07. Juni

GALORE meint: Der Berglöwe, der zu Beginn des Titelsongs faucht, habe ihn an James Brown erinnert, erklärt Klopfer und besser kann man »Saudade« nicht zusammenfassen: Das zweite KEØMA-Album klingt nach Spaß und Leidenschaft, nach lauen Sommernächten voller kleiner Gefahren und großer Abenteuer. Die mal indiepoppigen und mal elektronischeren Songs erzählen von Liebe und Sehnsucht – auf kluge und erwachsene, aber keineswegs abgeklärte Art.


»Sommersehnsucht«

Drei Jahre nach ihrem Debüt veröffentlichen Kat Frankie und Chris Klopfer ihre zweite gemeinsame Platte als KEØMA. Sie klingt nach Urlaub in Portugal.

Der Albumtitel »Saudade« bedeutet »Weltschmerz«, aber ganz so traurig klingt es gar nicht.

Chris Klopfer: Das stimmt, das Wort steht für uns eher für eine schöne Art für Melancholie, eine Art Fernweh. Nachdem unser erstes Album recht traurig klang, wollten wir diesmal eine Sommerplatte machen. Die Songs habe ich zum großen Teil in Berlin geschrieben und mich dabei nach meinem Zuhause in Köln gesehnt. Diese Sehnsucht nach einem sicheren, warmen Ort, nach einem Zuhause, die hört man dem Album an.

Auf »Saudade« gibt es sowohl klassische Indiepop-Songs mit Gitarre als auch elektronische Stücke. Wie kam es zu diesem Mix?

Kat Frankie: Wir schreiben meist erst einmal getrennt und kommen dann im Studio zusammen, wo ich die Produktion übernehme. Beim Schreiben geht es immer ums Gefühl, sodass manche Songs eben auf der Gitarre anfangen und andere mit einem Beat am Laptop, weil wir Lust haben zu tanzen.

Chris Klopfer: Ich schreibe zu Hause immer auf der Akustikgitarre, weil das am einfachsten und am schnellsten geht, aber das heißt nicht, dass sie am Ende im Song zu hören ist.

Die sehnsüchtige Stimmung steckt auf »Saudade« nicht nur in der Musik, sondern auch in Texten wie etwa dem von »Rich Man«, in dem es heißt: »I miss you honey, I miss you so.« Woher kommt der Mut zum Kitsch?

Chris Klopfer: Das liegt wahrscheinlich daran, dass ich seit meiner Jugend Bands gehört habe, bei denen solche Dinge Thema waren. »Rich Man« ist ein wenig an den Britpop von Bands wie Coldplay oder Oasis angelehnt, die ja auch keine Nietzsche-Zitate nutzen, sondern ganz direkt sagen: »I miss you.«

Dafür gibt es in »King Of Scotland« gleich die ganz große historische Referenz.

Chris Klopfer: Die Idee stammt von »Macbeth«. Mich hat die Idee von Schuld fasziniert:dass er König wird, weil er jemanden töten lässt, und dann deswegen Schuld verspürt.

2016 habt ihr beim Eurovision Song Contest teilgenommen. Würdet ihr sowas jetzt nach dem zweiten Album noch mal machen?

Chris Klopfer: Ich würde es nicht noch mal machen, da sind wir uns aber uneinig.

Kat Frankie: Stimmt, denn ich würde es noch mal machen. Es war eine tolle Erfahrung. Beim nächsten Mal würde ich es dann so richtig machen, mit sechs nackten Männern, die um mich herumtanzen und allem Drum und Dran.

Interview: Britta Helm