Tim Müller-Zitzke

Tim Müller-Zitzke

„Der sichere Weg ist nur selten richtig.“

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Zur Person

12. September 2019, San Diego. Es ist 11 Uhr morgens in Kalifornien. Für Tim Müller-Zitzke ist der US-Staat sein zweites Zuhause. Hier hat er Freunde, hier hat er unter anderem für den Blockbuster „Independence Day 2“ an den visuellen Effekten gearbeitet. In einer Hotellobby nimmt er sich Zeit, um ausführlich über sein bisher größtes Projekt und Abenteuer zu sprechen: eine Reise in die Antarktis, inklusive Kinofilm, organisiert als Trip dreier Freunde, zusammen mit dem Polar-Experten Michael Ginzburg und Filmproduzent Dennis Vogt. Technische Hürden, die die Telefonverbindung zwischen den USA und Deutschland erschweren, bringen ihn nicht aus der Ruhe. Er improvisiert, verzichtet auf das Hotel-WLAN-Netz und besorgt sich schnell einen mobilen Hotspot. Es folgt ein Gespräch über die Einzigartigkeit der Antarktis, den dubiosen argentinischen Zoll und vier Wochen ohne Smartphone.

Herr Müller-Zitzke, wie kommt man auf die Idee, mit Anfang 20 auf eigene Faust in die Antarktis zu reisen?

Den einen auslösenden Moment gab es gar nicht. Die Neugier, zu erfahren, wie es dort ist, war bei uns Dreien immer schon da. Das mag damit zusammenhängen, dass wir in Bremerhaven leben, wo die Polarforschung ein großes Thema ist. Wir haben dort oft die Eisbrecher ablegen sehen, die sich auf große Reise begeben haben. Für uns war immer klar: Eines Tages müssen wir dort auch hin.

Um sich selbst etwas zu beweisen?

Vor allem wollen wir junge Menschen dazu motivieren, ihr Ding zu machen und ihre Träume zu verfolgen. Der sichere und vernünftige Weg, der von der Gesellschaft vorgegeben wird, ist aus unserer Sicht nur selten erfüllend. Unser Traum war diese Reise. Es könnte kein besseres Symbol für unser Thema geben, da nur wenige Ziele noch schwieriger zu erreichen sind als die Antarktis.

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