Nora  Tschirner

Nora Tschirner

„Ich habe mich von verurteilenden Menschen wegorganisiert.“

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Zur Person

25. Juli 2019, Berlin. Nora Tschirners Humor funktioniert über das Sprechen in verschiedenen Rollen. Kaum eine Antwort gibt sie in nur einer Stimmlage, keine davon ist erwartbar. Wenn sie ihre Familie beispielsweise als Verfechter des puristischen Dokumentarfilms darstellen will, wählt sie dafür eine Stimme, die man sonst eher einem leicht angetrunkenen Gallier bei „Asterix & Obelix“ gegeben hätte. Nora Tschirner ist Ex-Moderatorin, Ex-Sängerin und -Gitarristin in einer Band und aktive Schauspielerin. Allerdings sieht sie sich ganz anders. Was ein Häuptling, eine Dokumentation über Geburtsfisteln und ein alter SUV damit zu tun haben, erzählt die Berlinerin im Interview.

Frau Tschirner, wir haben uns schon mal getroffen. Es war 2013 und wir liefen mit ihrer Band Prag durch Berlin-Pankow. Erinnern Sie sich?

Nein. (kurze Pause) Doch! Es war wahnsinnig kalt an dem Tag und ich hatte schlechte Laune.

Das mit der schlechten Laune kann ich nicht bestätigen. Sie haben mir Ihre Handschuhe gegeben, damit meine Finger beim Halten des Diktiergeräts nicht absterben. Bei Prag haben sie gesungen, Gitarre, Hackbrett und Mundharmonika gespielt. Manchmal auch Triangel. Heute gibt es die Band aber nicht mehr, oder?

Doch, doch, Prag gibt es noch. Nur ich bin nicht mehr dabei. Ich bin ausgestiegen, weil wir unterschiedliche Vorstellungen davon hatten, wie es weitergehen sollte. Ich wollte mehr in die Richtung Captain Jack, die anderen eher in Richtung Arthur Honegger. (lacht) Nein. Der gemeinsame Weg war einfach irgendwann beendet. Das ist aber auch nicht so dramatisch. Ich brauche keine Band, um meine Beine zu spüren.

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