Lisa Randall

Lisa Randall

„Falsch zu liegen, heißt für uns, einen Fortschritt zu erzielen.“

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Zur Person

11.07.2016, Karlsruhe. Es herrscht strahlender Sonnenschein, doch kurz vor dem Campus des Karlsruher Instituts für Technologie verdunkelt sich schlagartig der Himmel und ein Platzregen bricht los. Ein Vorbote darauf, welche unverhofften Wendungen und komplexen Zusammenhänge in den Naturwissenschaften verborgen liegen. Drinnen, in einem schmucklosen Büro, nimmt sich der amerikanische Superstar der Physik Lisa Randall viel Zeit für das Gespräch. Begeistert und schnell spricht sie über George Clooney und die dunkle Materie, die Unlogik der Religion und warum es vielleicht doch Leben im Universum gibt.

Professor Randall, Sie werden in Interviews häufig zu den komplizierten Themen Ihrer Forschung befragt. Ist es für Sie eigentlich langweilig, Antworten auf Fragen zu geben, die Sie bereits kennen?

Ich möchte Sie nicht entmutigen, aber manchmal ist das in der Tat so. Es gibt aber auch Ausnahmen, bei denen die Fragen ein wenig abweichen. Meistens dann, wenn es die Menschen wirklich interessiert. Anstatt immer wieder aufs Neue die Fakten zu erklären, würde ich natürlich wesentlich lieber an meinen wissenschaftlichen Projekten arbeiten. Oder, wenn ich an einen neuen Ort reise, diesen entweder erkunden oder dort arbeiten. Trotzdem ist es natürlich sehr schön, hier in Karlsruhe den Julius-Wess-Preis erhalten zu haben. Da dies mit der Veröffentlichung meines neuen Buches zusammenfällt, sollte ich mich also nicht beschweren. (lacht)

Was sind denn langweilige Fragen für Sie?

Es ist natürlich ein wenig unfair, aber wenn man diese naturwissenschaftlichen Antworten so häufig geben muss wie ich, wünscht man sich, dass alle Journalisten zur selben Zeit in einem Raum sitzen könnten, um es nur einmal erklären zu müssen. In Japan habe ich einmal recht viele Interviews direkt hintereinander gegeben und die Übersetzerin meinte am Ende: „Das war ganz erstaunlich, Frau Randall. Sie bekamen heute den ganzen Tag exakt die gleichen Fragen gestellt, haben aber jedes Mal eine andere Antwort gegeben.“

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