Francis Ford Coppola

Francis Ford Coppola

„Ich kämpfe gegen Denkschablonen.“

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Zur Person

21.10.2007, Rom. Durch die mondänen Hallen des Hotels Hassler nähert sich eine bärenhafte Gestalt. Die Dimensionen dieses Körpers sind auch unter dem weiten Hemd erkennbar, doch Francis Ford Coppola ist nicht immer gemütlich: Wenn er redet, blitzen Melancholie und Leidenschaft in seinen Antworten.

Herr Coppola, Ihr Film „Youth Without Youth“ handelt von einem älteren Mann, der durch einen Blitzschlag verjüngt wird. Hätten Sie darauf Lust?

Francis Ford Coppola: Vielleicht nicht unbedingt auf den Blitzschlag. Aber ich hätte nichts gegen ein wenig jugendliche Energie. Als älterer Mann kann ich natürlich das Gleiche tun, wie ein Jüngerer, aber nicht so häufig. Und die Vorstellung, eine Treppe hochzugehen, finde ich nicht gerade begeisternd. Andererseits fühle ich mich geistig so jung wie schon lange nicht mehr. Als 18-Jähriger wollte ich ein Filmemacher sein, der seinen persönlichen Interessen folgt. Kommerzielle Überlegungen interessierten mich nie. Ich war inspiriert von den großen europäischen Regisseuren, und mein Ziel war es, wie sie experimentelle Filme zu drehen. Mit meinen frühen Werken hatte ich das auch geschafft. Aber dann kam „Der Pate“, und der hat alles verändert.

Aber der Welterfolg der Trilogie hat Ihnen doch viele Türen geöffnet.

Das schon, aber es war ein zweischneidiges Schwert. Ich war es vorher nicht gewohnt, viel Geld zu haben oder berühmt zu sein, und so begab ich mich auf den Trip des Kommerzes. Ich hatte als junger Mann die Karriere eines Alten. Dabei kam der Erfolg mit „Der Pate“ völlig überraschend. Das Studio mochte den Film nicht, ich selbst glaubte, er würde ein völliger Reinfall. Es war eine furchtbare Zeit; ich war damals 29 und hatte schon drei Kinder. Das hätte in einer Katastrophe enden können. Aber es kommt eben immer anders als man denkt.

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