Bühne

Neue Termine: Moka Efti Orchestra (plus Konzertbericht aus der Lichtburg Essen)

Neue Termine: Moka Efti Orchestra (plus Konzertbericht aus der Lichtburg Essen)

Foto: Joachim Gern

Von der ursprünglich angekündigten Herbsttournee der aus dem Serienhit »Babylon Berlin« hervorgegangenen Band können leider lediglich zwei Termine wie ursprünglich vorgesehen stattfinden:

31.10.2020 Dortmund - Konzerthaus //ausverkauft
01.11.2020 Göttingen - Göttinger Literaturherbst

Anstelle der ausgefallenen Termine gibt es neue Daten fürs kommende Frühjahr:

Moka Efti Orchestra feat. Severija
Erstausgabe 2021

08.05.2021 Köln - E-Werk //verlegt vom 10.11.2020
09.05.2021 Ludwigsburg - Scala //verlegt vom 25.11.2020
11.05.2021 Erfurt - Kaisersaal //verlegt vom 30.10., bzw. vom 21.03.2020
12.05.2021 Magdeburg - Altes Theater //verlegt vom 23.11., bzw. vom 14.03.2020
13.05.2021 Rostock - Theater des Friedens //verlegt vom 02.12., bzw. vom 19.03.2020
14.05.2021 Hannover - Pavillon //verlegt vom 30.11. aus dem Faust, bzw. vom 16.03.2020 aus dem Pavillon
15.05.2021 Dresden - Alter Schlachthof //verlegt vom 24.11.2020
17.05.2021 Mannheim - Alte Feuerwache //verlegt vom 29.11., bzw. vom 23.03.2020
18.05.2021 Erlangen - E-Werk //verlegt vom 29.10.2020
19.05.2021 Leipzig - Felsenkeller //verlegt vom 11.11., bzw. vom 22.03.2020
24.06.2021 Berlin - Metropol //verlegt vom 31.12., bzw. vom 05.06., bzw. vom 27.03.2020 //ausverkauft
25.06.2021 Berlin - Metropol //verlegt vom 03.12.2020 aus dem Huxleys //Zusatzshow

Lesen Sie im Folgenden unseren Konzertbericht aus der Lichtburg Essen (09.03.20):


Am gestrigen Abend spielte die Realität gewordene Band aus dem Serienhit Babylon Berlin eine souveräne Show vor stilechter Kulisse und einem Publikum, das Sitzfleisch bewies.

Nach 100 Minuten gibt es endlich Standing Ovations und eine letzte kurze Zugabe. „Aber nur wenn ihr stehen bleibt“, wie Nikko Weidemann, einer der musikalischen Leiter des Moka Efti Orchestras, scherzt. Schon vorher will der extravagant mit Zylinder, glitzerndem Jackett und dazu passender Augenklappe gekleidete Pianist die über tausend Besucher im größten Kinosaal Deutschlands zum Aufstehen animieren, aber er hat es an diesem Montagabend nicht leicht. Die Kinosessel sind zu bequem und die Aura des altehrwürdigen Saals ist wohl zu respekteinflößend.

1928 wurde die Lichtburg in Essen eröffnet, womit sie zumindest auf dem Papier der perfekte Austragungsort für ein Konzert des Moka Efti Orchestras ist. Gegründet als fiktive Hausband des gleichnamigen Tanzcafés in der Serie Babylon Berlin, transportiert es seinen eklektischen Genremix, der weit über die Goldenen Zwanziger hinausstrahlt, seit 2018 auch live. Dass dies längst nicht mehr nur etwas für Fans der Sky/ARD-Produktion ist, unterstreicht das Debütalbum „Erstausgabe“, das bekannte Töne aus der Serie mit neuen, stilistisch noch mal breiter gefächerten, Songs kombiniert.

Doch die 14-köpfige Band und ihre Gastsänger laden am liebsten mit beschwingtem Jazz zur Tanzrevue, was dank unbändiger Spielfreude, die sich nicht zuletzt in zahlreichen Bläser-, Streicher- und Schlagzeugsolos niederschlägt, auch zumindest überall dort gelingt, wo keine Sitzreihen im Weg stehen. Im letzten Sommer machten sie etwa auf dem Haldern Pop Festival Halt und brachten den Holzboden des legendären Spiegelzelts vor einem hingerissenen Indie-Publikum zum Beben.

Heute siegt die Ehrfurcht – vor den Ambiente, den begnadeten Instrumentalisten und vor allem auch der in Fleisch und Blut auf der Bühne stehenden Severija, die in Babylon Berlin die russische Zarin und Nachtclubsängerin Swetlana Sorokina verkörpert und heute vier Lieder vorträgt, allen voran den Titelsong „Zu Asche, zu Staub“, dessen Anfang dem Saal einen spontanen Jubel entlockt. Doch statt der Tanzbeine, schellen die Handykameras in die Luft.