Bühne

Konzertbericht: Moka Efti Orchestra in der Lichtburg in Essen

Konzertbericht: Moka Efti Orchestra in der Lichtburg in Essen

Foto: Joachim Gern

Am gestrigen Abend spielte die Realität gewordene Band aus dem Serienhit Babylon Berlin eine souveräne Show vor stilechter Kulisse und einem Publikum, das Sitzfleisch bewies.

Nach 100 Minuten gibt es endlich Standing Ovations und eine letzte kurze Zugabe. „Aber nur wenn ihr stehen bleibt“, wie Nikko Weidemann, einer der musikalischen Leiter des Moka Efti Orchestras, scherzt. Schon vorher will der extravagant mit Zylinder, glitzerndem Jackett und dazu passender Augenklappe gekleidete Pianist die über tausend Besucher im größten Kinosaal Deutschlands zum Aufstehen animieren, aber er hat es an diesem Montagabend nicht leicht. Die Kinosessel sind zu bequem und die Aura des altehrwürdigen Saals ist wohl zu respekteinflößend.

1928 wurde die Lichtburg in Essen eröffnet, womit sie zumindest auf dem Papier der perfekte Austragungsort für ein Konzert des Moka Efti Orchestras ist. Gegründet als fiktive Hausband des gleichnamigen Tanzcafés in der Serie Babylon Berlin, transportiert es seinen eklektischen Genremix, der weit über die Goldenen Zwanziger hinausstrahlt, seit 2018 auch live. Dass dies längst nicht mehr nur etwas für Fans der Sky/ARD-Produktion ist, unterstreicht das Debütalbum „Erstausgabe“, das bekannte Töne aus der Serie mit neuen, stilistisch noch mal breiter gefächerten, Songs kombiniert.

Doch die 14-köpfige Band und ihre Gastsänger laden am liebsten mit beschwingtem Jazz zur Tanzrevue, was dank unbändiger Spielfreude, die sich nicht zuletzt in zahlreichen Bläser-, Streicher- und Schlagzeugsolos niederschlägt, auch zumindest überall dort gelingt, wo keine Sitzreihen im Weg stehen. Im letzten Sommer machten sie etwa auf dem Haldern Pop Festival Halt und brachten den Holzboden des legendären Spiegelzelts vor einem hingerissenen Indie-Publikum zum Beben.

Heute siegt die Ehrfurcht – vor den Ambiente, den begnadeten Instrumentalisten und vor allem auch der in Fleisch und Blut auf der Bühne stehenden Severija, die in Babylon Berlin die russische Zarin und Nachtclubsängerin Swetlana Sorokina verkörpert und heute vier Lieder vorträgt, allen voran den Titelsong „Zu Asche, zu Staub“, dessen Anfang dem Saal einen spontanen Jubel entlockt. Doch statt der Tanzbeine, schellen die Handykameras in die Luft.

An folgenden weiteren Terminen überführt das Moka Efti Orchestra die zügellose Lebensfreude der 20er-Jahre ins Hier und Jetzt:

11.03.2020 München – Muffathalle
12.03.2020 Köln - Gloria (ausverkauft)
14.03.2020 Magdeburg - Altes Theater
15.03.2020 Dessau - Kurt Weill Fest (ausverkauft)
16.03.2020 Hannover - Pavillon
19.03.2020 Rostock - Theater des Friedens
21.03.2020 Erfurt – Kaisersaal
22.03.2020 Leipzig – Felsenkeller
23.03.2020 Mannheim - Alte Feuerwache
24.03.2020 Wien – Arena
27.03.2020 Berlin - Metropol (ausverkauft)
05./06.06.2020 Hamburg - Elbjazz Festival

Wenn Sie nun Lust haben, das Moka Efti Orchestra ebenfalls live zu erleben, haben Sie hier die Chance auf 2x2 Tickets für eine Show ab dem 19.03.! Senden Sie uns dafür einfach bis zum 15.03. eine Mail mit Ihrem nicht ausverkauften Wunschtermin und Kontakt an redaktion[at]galore.de!