Kino

Kinostarts der Woche

Stronger • Roman J. Israel, Esq. – Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit

Kinostarts der Woche - Stronger • Roman J. Israel, Esq. – Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit

Stronger

Studiocanal • 19. April

StrongerIm April 2013 explodieren beim Marathon in Boston zwei von Islamisten gelegte Bomben. Drei Menschen sterben, hunderte werden verletzt. Vier Jahre später kommt mit „Boston“ ein Action-Thriller ins Kino, der dem fiktionalen Polizisten (Mark Wahlberg) beim Aufspüren der Attentäter über die Schulter schaut. Wieder ein Jahr danach wird in „Stronger“ eine viel persönlichere, ruhigere und sprödere Geschichte erzählt. Jake Gyllenhaal verkörpert darin Jeff Bauman, dem beide Unterschenkel zerfetzt werden und damit auch die Aussicht auf ein normales Leben. Gyllenhaal macht seine Sache als Opfer, das erst in Selbstmitleid versinkt und sich dann daraus mit Hilfe seiner Frau (Tatiana Maslany) wieder herauszieht, erwartungsgemäß gut. Auch lässt er in diesem rauen, realistischen Drama ebenso wie Wahlberg im Hochglanzthriller „Boston“ Platz für die wahren Helden: die Bostoner. Doch gerade wegen dieser Botschaften wirken beide Filme wie nostalgische Relikte aus einer Zeit, in der alles noch in Ordnung war, weil Feind und Terror aus der Fremde kamen.

Edda Bauer


Roman J. Israel, Esq. – Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit

Sony • 19. April

Roman J.Roman J. Israel, Esq. – Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit Sony • 19. April Roman J. Israel ist kein schlechter Anwalt. Er hat nur zu viel Empathie und zu wenig Ausstrahlung. Beides ist in seinem Beruf eher abträglich. Als die Kanzlei abgewickelt und einem der Großen in Los Angeles unter Führung des Berufszynikers George Pierce zugeschlagen wird, bemüht sich Roman erst erfolglos auf dem freien Markt und erkennt schließlich, dass man ein wenig verschlagener werden muss, um unter Anwälten zu überleben. Spätestens seit „Ally McBeal“ weiß man, dass das Rechtssystem in den USA ein seltsames ist und die in ihm arbeitenden Leute noch bizarrer ticken. Keine schlechte Idee also, mal wieder einen Film über beides zu machen. Regisseur Dan Gilroy (dem 2014 immerhin mit „Nightcrawler“ ein fulminantes Regiedebut über die Abgründe im Fotojournalismus gelang) suchte sich Denzel Washington (als Nerd) und Colin Farrell (als Haifisch), um einen Film über die Abgründe der Juristerei zu machen. Fulminat ist der nun nicht, eher muffig und so spannend wie der wohl nichtssagendste Filmtitel aller Zeiten.

Jörg Gerle