9.7. | Kinostart der Woche: Virginia Woolf’s Night & Day
Foto: Woolf Comedy Productions Ltd.
Virginia Woolf schreibt »Nacht und Tag« während des Ersten Weltkriegs, es ist ihr wahrscheinlich konventionellster Roman und erinnert thematisch an die Werke von Jane Austen. Das Buch dreht sich um die junge Katherine Hilbery (gespielt von der US-amerikanischen Schauspielerin Haley Bennett), die durch ihren Wunsch, aus ihrer mathematischen Begabung eine Karriere zu machen, die patriarchalen Strukturen der akademischen Welt aufbricht. In die Quere kommt ihr dabei ihr romantisches Interesse an einem Mann, das ebenfalls gegen die Konventionen verstößt. Regisseurin Tina Gharavi macht daraus einen Film, der seinerseits ausgesprochen konventionell ist und lieber den Regeln eines Fernsehdramas folgt, statt echte Kinomomente zu erzeugen. Bennett spielt kompetent, der Rest der Besetzung (inklusive Pop-Star Lily Allen und Elyas M’Barek in seiner ersten internationalen Rolle) folgen einem behäbigen Drehbuch, das Hilberys außergewöhnliches Leben im Stile einer Schulaufgabe beschreibt.
Markus Hockenbrink