9.4. | Kinostart der Woche: It's Never Over, Jeff Buckley

9.4. | Kinostart der Woche - It's Never Over, Jeff Buckley
Foto: Merri Cyr

Am 29. Mai 1997 ertrinkt Jeff Buckley (»Hallelujah«) in einem Seitenarm des Mississippi, der Sänger ist gerade einmal 30 Jahre alt. Suizid, Drogeneinfluss oder Fremdeinwirkung können ausgeschlossen werden, aber tragisch ist der Fall auch so. Erstens, weil Buckley mit seinem musikalischen Meisterwerk »Grace« am Anfang einer vielversprechenden Karriere stand; zweitens, weil sein ebenfalls immens talentierter Vater Tim 1975 mit nur 28 Jahren den Tod fand. Dem Wunsch, sich in morbiden Spekulationen zu ergehen, kommt »It’s Never Over, Jeff Buckley« allerdings nicht nach, und auch übertriebener Trauer wird keine große Bühne geboten. Stattdessen geben Regisseurin Amy Berg und diverse Weggefährten den Blick frei auf die Musik eines jungen Mannes, der selber nie ganz zu verstehen schien, weshalb seine Stimme solch überbordende Emotionen transportierte. Diese Musik macht gierig – man vermisst, was noch möglich gewesen wäre, freut sich aber gleichzeitig über das, was einem niemand mehr nehmen kann.

Markus Hockenbrink


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