30.7. | Kinostart der Woche: Bitteres Fest

30.7. | Kinostart der Woche - Bitteres Fest
Foto: Studiocanal

Wer das Werk Almódovars seit den extravaganten Movida-Filmen der Post-Franco-Ära in den frühen 1980ern verfolgt, weiß, dass seine Geschichten ruhiger geworden sind. Es geht in den letzten Jahren weniger um Missbrauch und spanischen Kitsch, sondern mehr um den schmalen Grat zwischen Einbildung und Realität, Tod und Trauer von Nahestehenden und der Angst, dem Leben, das man sich ausgesucht hat, nicht mehr gewachsen zu sein. In »Bitteres Fest« hadert Werbefilmerin Elsa mit Arthouse-Ambitionen und Panikattacken, ihre Freundin Patricia mit ihrem abwesenden Ehemann, und dem erfolgreichen Filmemacher Raúl fliegt seine manipulative Lebensweise um die Ohren. Almodóvar verwebt Handlungsstränge und Realitätsebenen auf so unterhaltsame Weise – Stripclub und kanarische Landschaften inklusive –, dass man ihm die teilweise karikaturhaften Figuren und das abrupte Ende verzeiht. Der Meister und seine Kunst sind genügsamer geworden – und das bleibt überzeugend und sehenswert.

Miguel Peromingo


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