30.4. | Kinostart der Woche: Rose

30.4. | Kinostart der Woche - Rose
Foto: Gerald Kerkletz

»In der Hose war mehr Freiheit« war einer der prägendsten Sätze auf der Wettbewerbsleinwand der diesjährigen Berlinale. Gekommen ist er aus dem Mund von Sandra Hüller, die als Titelheldin »Rose« im 30-jährigen Krieg verbotenerweise in jenes Kleidungsstück schlüpft. Damit genießt sie alle Privilegien eines Mannes – Selbstbestimmung, Erbberechtigung und Besitz – und macht sie geltend, als sie nach dem Krieg in ihr Heimatdorf zurückkehrt. Schwarz-weiße Bilder, ein Soundtrack wie aus Waldgeräuschen, es wird kein Wort zu viel gesprochen und jede unnötige Bewegung vermieden. Markus Schleinzer hat als Regisseur bisher ein sehr reduziertes (»Michael«) und ein historisches Drama (»Angelo«) gedreht, beide intensiv und provokant. »Rose« ist all das plus Sandra Hüller, die das Mysterium ihrer Figur als Narbe im Gesicht und als Beinkleid am Körper trägt. Für beides hat sie sich bedankt, als ihr bei der Abschluss-Gala der Silberne Bär für die beste Hauptdarstellung verliehen wurde.

Edda Bauer


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