30.1. | Album der Woche: Die Sterne • Wenn es Liebe ist
PIAS
Foto: Die Sterne
„Gedanken und Geschichten, Gerüchte und Berichte“ – darum ging es, darum geht es immer noch und immer wieder bei Hamburgs Indie-Institution, Die Sterne. Ändern wir je den Akkord?, so fragt Sänger Frank Spilker im dazugehörigen Lied und als die Band genau das tut, ist dies ein weiterer Beleg für die ewige Magie von Postpunk et al: Geschickt verschoben, reicht ein Harmoniewechsel, um den gemeinen Song zum Hit zu erheben. Es ist noch nicht so lange her, da beharkten sich zahlreiche Heldinnen und Helden der Hamburger Schule um Status und Stellenwert, dabei bietet doch die Musik selbst den maximalen Erkenntniswert. Für Die Sterne bedeutet das: Bestens gereift, einfallsreich und selbstbewusst im Hier und Jetzt, so klingen Lieder wie der Verweigerungs-Rocker Ich nehme das Amt nicht an mit Hives-Riff und Saxophon, der eingängige Titeltrack oder das programmatische Ich habe nichts gemacht (außer weiter). Zum Abschluss fasziniert das fast zehnminütiges Epos Immer noch sprachlos, ein Motorik-Trip in die Krautrock-Umlaufbahn.
Ingo Scheel