25.6. | Kinostart der Woche: Ingeborg Bachmann - Jemand, der einmal ich war

25.6. | Kinostart der Woche - Ingeborg Bachmann - Jemand, der einmal ich war
Foto: Elliott Kreyenberg

In diesem Jahr wäre Ingeborg Bachmann 100 Jahre alt geworden. Die Filmemacherin Regine Schilling (»Igor Levit – No Fear«) nähert sich der Autorin mit einem Porträt, bei dem sie Archivmaterial und Texte mit gespielten Sequenzen vermischt. In denen verkörpert Sandra Hüller Bachmann in ihren letzten Tagen, allein in einem Apartement in Rom, gezeichnet von Alkohol- und Tablettenmissbrauch. Schilling selbst nennt dies eine Seance, eine Totenbeschwörung. Entstanden ist ein intimes Bild einer Getriebenen, in dem Bachmann durch ihre Texte lebendig wird und Einblick in ihr Innerstes offenbart. Dazwischen dokumentieren die Fernsehaufnahmen den Weg aus dem ländlichen Kärnten in die Metropole Wien, von der Tochter eines NSDAP-Funktionärs zur gefeierten Lyrikerin. Der Weg ist gezeichnet von ihren komplizierten Beziehungen zu Paul Celan, Hans Werner Henze und Max Frisch und einem unnachgiebigen Ringen um eine eigene, radikale Sprache zwischen öffentlichem Ruhm und existenziellen Krisen.

Lars Tunçay


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