25.09. | Kinostart der Woche: Die Möllner Briefe

25.09. | Kinostart der Woche - Die Möllner Briefe
Foto: inselfilm produktion

Die Möllner Briefe
1 Std. 36 Min.

Seit 1990 haben Rechtsterroristen in Deutschland mindestens 219 Menschen umgebracht. Zu den Opfern gehören auch Yeliz Arslan, Ay?e Y?lmaz und Bahide Arslan, die am 23. November 1992 in Mölln ermordet wurden. Martina Priessners Dokumentation nimmt jedoch nicht die individuelle Fremdenfeindlichkeit der Täter in den Blick, sondern strukturellen Rassismus. Dieser spiegelt sich darin wider, dass die Stadt Mölln den traumatisierten Überlebenden des Brandanschlags bis 2019 Tausende Briefe mit Solidaritätsbekundungen nicht zukommen ließ. Erst dem Einsatz des im Zentrum der Doku stehenden Überlebenden ?brahim Arslan ist es zu verdanken, dass nicht nur diese Briefe endlich ihre Adressaten erreichen, sondern auch die Opfer ihr längst überfälliges Gehör finden. Regisseurin Priessner ist mit »Die Möllner Briefe« ein feinfühliger, berührender, vielschichtiger und kraftvoller Dokumentarfilm gelungen, der auf der diesjährigen Berlinale den Panorama-Publikumspreis erhalten und verdient hat.

Dirk Hartmann


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