22.4. | Buch der Woche: Gabriele von Arnim • Abschied leben
Rowohlt
„Ich will auf Zerstörung nicht mit Selbstzerstörung antworten. Denn wenn ich klein und mickrig durch meinen Alltag laufe, helfe ich weder anderen noch mir.“
Von Träumen, Gegenwartsängsten und Lebensfreude handelt das neue Buch „Abschied leben“ der deutschen Journalistin und Schriftstellerin Gabriele von Arnim, mit dessen Untertitel „Tagebuch eines Zeitgefühls“ die permanente Lebensbewegung auf so unterschiedliche Weise dargelegt wird. Denn ist Abschied wirklich nur ein negativ behafteter Begriff, der ein endgültiges Ende proklamiert? Wir verabschieden uns schließlich an Haustüren, auf Bahnhöfen oder von Menschen. Ebenso aber von Meinungen und Prägungen, sogar früheren Ichs, da der Mensch ein fluides Wesen ist und Veränderung zum Leben gehört. Damit einher gehen Abschiede von Jobs, Wohnungen, Städten – der Angst weicht die Vorfreude auf neue Kapitel. In ihrem Tagebuch erzählt Gabriele von Arnim ein Jahr lang über all die verschiedenen Aspekte und durchläuft das Labyrinth ihres Wollens und Hoffens bis hin zum unentrinnbar letzten Abschied, ahnt den Schrecken der Endgültigkeit und lässt die Leserschaft an der Widersprüchlichkeit des Lebens teilhaben. Gleichsam finden politische (Abschieds-)Gedanken über Friedens- wie auch Demokratiegewissheit aufgrund des aktuellen Weltgeschehens ihren Platz. An dieser Stelle verweist sie auf die Worte der Rocksängerin und politischen Aktivistin Patti Smith, dass jeder versuchen könne ein guter Mensch zu sein und im Kleinen der Anfang innewohnt. Das neue Werk von Gabriele von Arnim, die 2021 im Alter von 75 Jahren zum ersten Mal die Spiegelbestsellerliste mit „Das Leben ist ein vorübergehender Zustand“ erklomm, ist am 17. April erschienen.
Gabriele von Arnim
Abschied leben
Rowohlt / 272 Seiten / 24 €
auch digital erhältlich!