19.2. | Kinostart der Woche: Souleymans Geschichte
Für Souleyman (Abou Sangaré) gibt es keine Zeit zum Durchatmen. Seitdem der junge Guineer verzweifelt versucht, in Frankreich Asyl zu erhalten, verbringt er seinen Alltag auf einem Fahrrad, mit dem er für einen Lieferdienst durch die aufgeregten Straßen von Paris hetzt. 24 Stunden fühlen sich an wie eine ganze Woche. Während Souleyman mit unwürdigen Arbeitsbedingungen zu kämpfen hat, rückt sein Termin beim Amt für Migration näher. Er muss sich genauestens überlegen, welche Geschichte er erzählt, um die Chance zu bekommen, im Land bleiben zu dürfen. Boris Lojkines nervenaufreibendes Drama verweist auf ein westlich kapitalistisches System, welches Migranten schonungslos in die Rolle der Ausgebeuteten zwingt. Authentisch erzählte Fluchterlebnisse und der Anspruch auf mehr als nur das Mindeste vom Mindesten finden da keinen Platz. Von einem solidarischen Zusammenschluss untereinander ganz zu schweigen. Sangarés Debütdarbietung ist eine herzzerreißende Sensation.
Abena Freund