18.12. | Kinostart der Woche: Sorry, Baby

18.12. | Kinostart der Woche - Sorry, Baby

Sorry, Baby

Machtmissbrauch im akademischen Betrieb ist seit David Mamets 1994 gedrehtem Film »Oleanna« ein akutes Thema im Kino. Dabei geht es um Gesten, Worte, Missverständnisse, Übergriffe, Andeutungen, Gewalt und Schuld, inklusive deren Zuweisung in diverse Richtungen. Sönke Wortmanns »Der Campus« wirbelte 1998 viel Staub auf, ebenso wie »After the Hunt« mit Julia Robert erst vor Kurzem. Im echten Leben gibt es heute Meldestellen an Unis, aber keine veritablen Lösungen. All das hat Eva Victor als Hauptdarstellerin und Regisseurin ihres Spielfilmdebüts im Hinterkopf. In »Sorry, Baby« ist die ganze Nummer mit der Hysterie im akademischen Umfeld abgehandelt, bevor sie überhaupt angefangen hat. Was bleibt, ist der Missbrauch, mit dem die Studentin Agnes fertig werden muss. Mittel zum Zweck ist ihr trockener Galgenhumor, verstanden nur von ihren engsten Freunden. Aber auch von dem Teil des Publikums, der Eva Victor als die kühle Einzelkämpferin in der seriellen Manosphere von »Billions« kennt.

Sorry, Baby
1 Std. 44 Min.

Edda Bauer


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