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16.04. | DVD der Woche

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16.04. | DVD der Woche - Close

CloseCLOSE – DEM FEIND ZU NAH

EuroVideo • 11. April

In » Close « spielt Noomi Rapace eine beinharte Personenschützerin. Im Interview erzählt sie, wie sich die männlich geprägte Filmwelt gerade verändert.

Mrs Rapace, Sie spielen oft auffallend starke Frauencharaktere wie die Leibwächterin Sam in » Close «. Wie viel von sich selbst finden Sie in diesen Figuren wieder?

Ich brauche immer einen persönlichen Anknüpfungspunkt bei meinen Rollen, einen kleinen Teil, den ich mit der Figur gemeinsam habe. Ich mag es nicht, etwas vorzutäuschen, sondern muss mich wirklich in die Situation und den Charakter einfühlen. Nach außen hin war ich schon immer stark und habe meine Kämpfe im Inneren ausgetragen. Jacqueline Davis ist eine der berühmtesten weiblichen Bodyguards der Welt. Sie hat uns vor und während des Drehs beraten, mich trainiert und besonders ein Auge darauf gehabt, dass wir alles realistisch inszenieren. Sie bläute mir ein, als Leibwächterin weder Angst noch persönliche Gefühle für meine Klienten zu zeigen und vollkommen professionell zu sein. Das ist etwas, was ich auf jeden Fall mit meiner Rolle in » Close « gemeinsam habe.

Wie wichtig sind solche starken weiblichen Charaktere für die Filmwelt?

Es herrscht ein altes Regime vor, das sich jedoch seit einiger Zeit in einem Prozess der Veränderung befindet. Über Jahrzehnte hinweg waren es Männer, die die Geschichten geschrieben, produziert und inszeniert haben und natürlich waren das ihre Geschichten. Momentan kommen mehr und mehr weibliche Stimmen dazu, Regisseurinnen, Drehbuchautorinnen und Schauspielerinnen nehmen größeren Einfluss und darüber bin ich glücklich. Allerdings liegt noch ein langer Weg vor uns, bevor die alten Mechanismen der Vergangenheit angehören.

Im Fall von » Close « haben Sie mit Vicky Jewson, Indira Varma und Sophie Nélisse mit einem überwiegend weiblichen Stab gearbeitet. Macht es einen Unterschied für Sie, ob mehr Männer oder Frauen an einem Film beteiligt sind?

Um ganz ehrlich zu sein: Nein. Für mich ist wichtig, dass die Crewmitglieder untereinander gut harmonieren. Weil aber die Filmindustrie für so lange Zeit männlich dominiert war, sollten wir nun ganz bewusst Frauen in diese Positionen setzen, um ein Gleichgewicht herzustellen. Als ich jung war, waren fast all meine Idole männlich. Natürlich war ich auch Fan von Sigourney Weaver, aber es gab einfach viel mehr spannende Filme mit männlichen Hauptdarstellern. Meine Hoffnung ist, dass heranwachsenden Mädchen mehr Möglichkeiten haben werden, Filme von und mit Frauen zu sehen.

Interview: Marina Mucha

FAZIT : Inspiriert vom Leben der berühmten Leibwächterin Jacqueline Davis mimt Noomi Rapace im actiongeladenen Thriller » Close « den weiblichen Bodyguard Sam, die die verwöhnte Erbin Zoe (Sophie Nélisse) vor terroristischen Attentätern schützen muss. Das Blut des Zuschauers bringen hohes Tempo, perfekt inszenierte Kampfszenen und rasante Verfolgungsjagden zum Pulsieren.