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14.01. | Heimkinotipp der Woche

Sibyl

Alamode · 20. November

14.01. | Heimkinotipp der Woche - Sibyl

Sibyl
Alamode • 20. November

Justine Triet eröffnet ihren Trip in ruckelndem Staccato: Rasend, der Redeschwall des Mentors. Ein Patient, der unvermittelt ausrastet. Zudem die irre Schwester – schnell wird ersichtlich, um welche Welt sich alles dreht. Sibyl (Virginie Efira) ist Seelenheilerin, auf ihrer Couch erzählen Menschen jeglicher Couleur. Bis jetzt. Sie zieht den Strich, um literarisch auszubrechen, um zu schreiben. Einige wenige therapiert sie weiter, nicht völlig selbstlos, wie sich zeigen wird. Alles geht jetzt ineinander über: Ihr eigenes Leben, das ihrer Patienten, ihr Roman, ein frisch gedrehter Film. Alles verquickt, verbunden und verzwickt. Efira überstrahlt durch ihre Präsenz die Szenerie. Und wie zuletzt in „Continuer“ erfüllt ihre Figur auch hier keine einzige der Erwartungen. Ist sie die Starke, Selbstbewusste, Rationale? Die schuldlose, altruistisch lebende Mutter, liebende Ehefrau? Sandra Hüller („Toni Erdmann“) kennt die Antwort – ihre Mika trägt entscheidend zur Erhellung bei, indem sie eskaliert.

Christian Lamping