12.6. | Album der Woche: Mick Flannery • The House Must Win
One Riot
2004 gelingt Mick Flannery etwas, das kein irischer Musiker vor ihm geschafft hat: Er gewinnt in zwei Kategorien bei der International Songwriting Competition (ISC) in Nashville, Tennessee. Sein Sieg verhilft dem Singer-Songwriter zum internationalen Durchbruch und ebnet den Weg für sein Debütalbum »Evening Train« (2007). »The House Must Win« fügt dieser Erfolgsgeschichte ein weiteres Kapitel hinzu: Anlässlich der gleichnamigen Bühnenadaption hat Flannery die Songs seines ersten Albums neu interpretiert und sein Werk um zehn raffinierte Kompositionen erweitert.
Nahtlos reiht sich der Singer-Songwriter mit seinem opulenten Doppelalbum in die irische Musiktradition ein und bewegt sich zwischen Folk-Pop und Cave’scher Mörderballade. Mit väterlichen Trunkenbolden rechnet er konsequent ab (»Daddy«), fabuliert von ausschweifenden Abenden am Pokertisch (»Take It On the Chin«) und Dreiecksgeschichten ohne Happy End (»I'll Be Out Here«). Ein erzählerisches Meisterwerk, in dem er sich in den Morast menschlicher Existenz vorwagt.
Lisa Elsen