Musik

09.08. | Album der Woche

Das Lumpenpack • Eine herbe Enttäuschung

09.08. |  Album der Woche - Das Lumpenpack • Eine herbe Enttäuschung

LumpenpackCover

DAS LUMPENPACK entsteht 2012 in einem dänischen Ferienhaus: Max Kennel und Jonas Meyer wollen zusammen "lustige Gitarrenmusik" machen. Ein Jahr später veröffentlicht das Duo sein Debütalbum „Steil-Geh-LP“, 2015 das Folgealbum „Steil II“ und zwei Jahre darauf die erste volle Studioproduktion „Die Zukunft wird groß“.

Nach „Die Zukunft wird groß“ und über 50 ausverkauften Konzerten, folgt nun das frisch erschienene „Eine herbe Enttäuschung“: Noch größer, noch mutiger, noch musikalischer soll das Album sein - und falls das schiefgeht, bleibt ja immer noch der Verweis auf den Titel. Enttäuschung als Leitmotiv? Natürlich. Schließlich ist man permanent enttäuscht, wenn man es so leicht hat wie wir in der heutigen Zeit, aber gerne noch leichter hätte. Eben diese "Enttäuschung" bietet den Jungs genügend Angriffsfläche für eine ordentliche Portion Ironie. Stilistisch haben die beiden dabei alle Konventionen hinter sich gelassen - College Rock, Trap, Balkan Pop, freier denn je bedienen sie sich der Genres, aber nie rein parodierend, sondern stets als augenzwinkernde Hommage.

Mit dieser Mischung aus Singer-Songwriter Pop, brachialem Humor, Hintersinn und reichlich Konfetti gewinnt DAS LUMPENPACK in den letzten Jahren diverse Contests und Preise, ihr Hit „Guacamole“ wird 16 Millionen Mal geklickt, sie sind zu Gast bei verschiedensten TV-Formaten, auf Musikfestivals und spielen etliche ausverkaufte Konzerte.

Die ersten Vorab-Singles feierten bereits Streaming-Erfolge. „Hauch mich mal an“, die etwas für Fans von Faber sein dürfte, ist einer der Top-Titel diverser Spotify-Playlisten. Bei „Ford Fiesta“ verpacken die beiden Endzwanziger alle Roadtripgelüste in einen Song. Synthiepop trifft Indie-Gitarren und sorgt für sommerliche Gefühle und Lust auf Raststätten-Kaffee.

„Gucken unten meine Beine raus, sieht das Gesamtpaket echt scheiße aus“ - in punkiger Manier präsentiert die Band „Kurze Hosen“, bei der der Einfluss der "Die Ärzte" klarer wird denn je. Laute Gitarren, Wortwitz, eingängiger Chorus - fertig. Mit der vierten Single „Mein Hass“, die erst letzten Mittwoch erschienen ist, versucht DAS LUMPENPACK sich nicht mehr über Nichtigkeiten zu ereifern, da sonst die Wut für die großen Probleme einfach nicht mehr ausreicht.