Yotam Ottolenghi

Yotam Ottolenghi

„Mich ärgert, dass die Leute annehmen, es ginge immer nur um mich.“

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Zur Person

2. September 2021, irgendwo im ländlichen Nordirland. Yotam Ottolenghi sitzt in dunkelblauem Pullover und mit seinem typischen Dreitagebart vor dem Computer. Hinter ihm wartet ein großes nussbraunes Chesterfield-Sofa auf die nächsten Gäste, ein vierarmiger Kerzenständer auf dem Kaminsims gleichzeitig darauf, neu bestückt zu werden. Die Landschaft vor dem Fenster steht in ihrer unaufgeregten Eintönigkeit im krassen Gegensatz zu Ottolenghis Kochphilosophie. Er wolle Drama beim Essen. Was er damit meint, welchen Preis er für das Streben nach kulinarischer Perfektion zahlen musste und was seine größte Angst ist, darüber spricht der 52-Jährige knapp eine Stunde lang mit kindlicher Neugier und akademischer Präzision.

Yotam Ottolenghi, vor etwa einem halben Jahr habe ich begonnen, an meinem Essen zu riechen, bevor ich es mir in den Mund stecke. Meistens werde ich deshalb von anderen Leuten komisch angeschaut. Haben die Menschen vergessen, wie wichtig der Geruch für den Geschmack ist?

Ich rieche auch gerne an meinem Essen. Allerdings wohl nicht so offensichtlich wie Sie. Ich rieche eher an den Zutaten als am fertigen Gericht, denn das verrät eine Menge über ihre Qualität. Viele Menschen tun das, vor allem bei Obst und Gemüse auf dem Markt. Der Geruch verrät, was man von einem Produkt erwarten kann.

Nach Ihrer Kochphilosophie gefragt, antworteten Sie einmal: „Ich will Drama im Mund!“ Was meinen Sie damit?

Stellen Sie sich eine cremige pürierte Erbsensuppe vor. Die mag köstlich sein, aber nicht wirklich aufregend. Mit meinen Gerichten strebe ich nach etwas anderem.

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