Yanis Varoufakis

Yanis Varoufakis

„Politik ist ein ekelhaftes Geschäft.“

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Zur Person

23. Januar 2019, Berlin. Im Souterrain eines Kreuzberger Hinterhofes grüßt der ehemalige griechische Finanzminister mit festem Handschlag. Yanis Varoufakis hat sich seinerzeit ein robustes Image als großer Unbeugsamer der griechischen Politik erarbeitet, jetzt kandidiert er mit „Demokratie in Europa - DiEM25“ für die Europawahlen. Entsprechend befindet er sich im zackigen Wahlkampfmodus, lässt sich aber auch gern auf Nebengleise führen und erklärt geduldig die wirtschaftlichen Zusammenhänge, die seiner Meinung nach hinter der Krise Europas und dem Rechtsruck stehen.

Herr Varoufakis, im Zuge von Brexit und anderen großen Themen ist Griechenland etwas aus dem Fokus geraten, daher die Frage: Wie ist die Situation in Ihrem Land?

Schrecklich. Und es wird jeden Tag schlimmer. Während die griechische Regierung und die Europäische Union das Ende der Krise feiern, spitzt sich die Lage im Volk zu. Sinnbildlich gesprochen sind wir von der Klippe gestürzt, obendrein wurde der griechische Patient noch vergiftet – und jetzt liegt er im Koma.

Überhaupt keine guten Nachrichten?

Naja, dieses Koma wird mit Stabilität verwechselt. Gut, der Tourismus kommt langsam wieder in Schwung. Aber es gibt null Investitionen und kein Wachstum.

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