Tobias Krell
„Kinder werden viel zu oft chronisch unterfordert.“
Zur Person
Tobias Krell alias Checker Tobi wurde 1986 als ältester Sohn einer Bibliothekarin und eines Kameramanns geboren. Vor und während seines Studiums der Politikwissenschaften und Soziologie arbeitete er als Redakteur bei verschiedenen Print-, Radio- und Fernsehredaktionen und sammelte so erste journalistische Erfahrungen. 2014 schloss er sein Master-Studium der Medienwissenschaften an der Filmuniversität Babelsberg ab. Seit 2013 recherchiert und moderiert er als „Checker Tobi“ im Rahmen der gleichnamigen Sendung Wissensfragen für Kinder. Als UNICEF-Pate macht er sich für Kinderrechte stark. Er lebt in München.
7. November 2025, Berlin. Pünktlich um 09:30 Uhr sitzt Tobias Krell in einem Berliner Hotel vor dem Zoom-Bildschirm. Der Zeitplan ist eng getaktet. Wegen seiner Erkältung, die man zwar hört, ihm jedoch nicht anmerkt, trinkt er während des gesamten Gesprächs eifrig Tee. Da unser Interview ganz oben auf der Agenda steht, dürfen wir uns laut seiner Aussage noch „über den frischesten Tobi von allen“ freuen. Als „Checker Tobi“ beantwortet er im gleichnamigen 25-minütigen Fernsehformat nicht nur verschiedenste Wissensfragen kindgerecht, sondern nutzt seine Reichweite auch, um sich für die Kleinsten in der Gesellschaft starkzumachen und ihnen eine Stimme zu geben. Warum es sich lohnt, Kindern Gehör zu schenken, wie die Gesellschaft von ihrer Partizipation profitieren kann und warum Politiker sich in mancher Hinsicht ein Beispiel an ihnen nehmen sollten, erklärt er im Gespräch.
Tobias Krell, als „Checker Tobi“ bereiten Sie Themen und Fragen aus der Interessenwelt von Grundschulkindern auf, um diese kindgerecht zu erklären. Wann haben Sie selbst zuletzt etwas nicht verstanden?
Ein konkretes Beispiel fällt mir gerade nicht ein. Aber ich verstehe ständig Sachen nicht, weil täglich Neues auf mich einprasselt. Ich liebe es, mich in Themen reinzustürzen und sie gänzlich zu durchdringen. Deshalb bin ich Journalist geworden. Am schönsten ist der Moment, wenn es endlich „Klick“ macht. Deswegen macht mir mein Job auch so viel Spaß, weil wir genau dafür bei den Kindern oft sorgen.
Was machen Sie, wenn Sie etwas nicht verstehen?
Ich frage so lange nach, bis ich es verstanden habe. Da habe ich keine Berührungsängste. Es gehört dazu, dass man auch mal sagt: „Das verstehe ich nicht.“ Ich bin nach wie vor Fan davon, Leute auf der Straße anzusprechen, wenn ich nicht weiß, in welche Richtung ich muss, statt direkt Navigations-Apps zu nutzen. Das geht oft schneller und manchmal freuen sie sich sogar.