Tim Flannery

Tim Flannery

Wie wird das Wetter morgen sein?

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Zur Person

23.02.2006, Frankfurt. Der australische Klimaforscher und Umweltschützer Tim Flannery erklärt in seinem Buch „Die Wettermacher“ den Klimawandel. Er regt an, sich dem Stand der Dinge zu stellen und sofort nach Lösungen zu suchen.

Mr. Flannery, wann haben Sie beim Betrachten des Wetters das erste Mal das Gefühl gehabt, dass da etwas aus den Fugen zu geraten droht?

Tim Flannery: Vor 25 Jahren arbeitete ich als junger Zoologe im Hochgebirge von Papua-Neuguinea. Obwohl das Land nah am Äquator liegt, haben die Berge dort Gletscher, und es gab klare Anzeichen, dass sie zu schmelzen begannen. Als Folge dessen verschwand die wunderbare Flora und Fauna des Hochgebirges und wich Wäldern, die ihre Grenzen sprengten und sich langsam den Berg hinauf fraßen. Es war also nicht das Wetter selbst, das mich stutzig machte, sondern die sichtbaren Folgen klimatischer Veränderung.

Wie genau äußert sich der Klimawandel, und was können seine Folgen sein?

Aufgrund der Erwärmung, die wir verursachen, organisiert sich die Atmosphäre fundamental neu. Räume wie Europa wird diese Erwärmung paradoxerweise abkühlen. Es ist kein einfaches, sondern ein sehr komplexes System. Was wir dabei unbedingt verstehen müssen: Die Welt, in der wir als Menschen überleben können, ist das Ergebnis eines sehr spezifischen Klimas. Verändert man es, ist nichts automatisch dem neuen Klima angepasst. Das Klima ist der große Motor der Evolution und diese hat nur zwei Optionen, auf Veränderungen zu reagieren: Tod oder Anpassung. Schreitet der Wandel zu schnell voran, erleben wir viele Tode. Eine gewisse Stabilität ist daher überlebenswichtig.

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