Thea Dorn

Thea Dorn

„Alle Kunst, die diesen Namen verdient, ist ein Aufbegehren gegen den Schmerz der Vergänglichkeit.“

Fotos:
  • Karin Rocholl
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Zur Person

13.06.2016, Berlin. Thea Dorn lächelt, als würde man sich aus alten Tagen kennen, und löffelt aus einer Suppenschale. Eine Hornbrille dominiert ihr Gesicht, anders als im Fernsehen hat sie keine Schminke aufgetragen. Ihr Look ist leger, die Zehen, die aus den gemütlichen Tretern lugen, sind orangerot lackiert. Über den Altbauflur geht es in das Arbeitszimmer der Schriftstellerin. Der riesengroße Bildschirm steht zum Fenster hin, überall Bücher, auf der Wand ein Gemälde mit dem legendären Motiv der Judith, die Holofernes enthauptet. Man denkt an die Vorliebe der Krimiautorin für blutrünstige Szenen. Thea Dorn hat auch sonst keine Scheu. Man wolle mit ihr über den Tod reden? Nur zu. Aber zuerst noch in eine rückenschonende Position setzen.

Frau Dorn, mit welcher Hoffnung stehen Sie morgens auf?

Ich denke mir: Lieber Gott, lieber Mephisto, lieber wer auch immer, lass mich irgendwie aus dem Bett kommen. Was daran liegt, dass ich mir in den letzten Monaten wieder mal erfolgreich den Rücken ruiniert habe. Es gab Zeiten, da war ich nicht einmal in der Lage, mir eine Socke anzuziehen. Mein Rücken reagiert schnell, wenn ich Stress habe. In den letzten drei Monaten, nach der Veröffentlichung meines aktuellen Romans, habe ich um die 40 Lesungen gemacht. Das bedeutet: Jede Nacht in einem anderen Hotel, ständig unterwegs, ständig unter Menschen, das zehrt. Besonders, weil ich, um das Buch zu schreiben, in den letzten zwei Jahren völlig zurückgezogen gelebt habe. Oft bin ich vier, fünf Tage nicht vor die Tür gegangen.

Wenn Sie es dann aus dem Bett geschafft haben…

Seitlich abrollen, da habe ich eine spezielle Technik entwickelt, dann klappt es. (lacht)

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