Thea Dorn

Thea Dorn

„Ich brauche meine Rückzugsräume.“

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  • Christian Thomas
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Zur Person

29.04.2008, Berlin. Thea Dorn sitzt auf einem der zwei roten Schlafsofas in ihrem Wohnzimmer. Auf den Knien balanciert sie einen Teller mit einem Marmeladen-Croissant. Sie sei heute noch nicht zum Essen gekommen, sagt sie. Einmal angestoßen, redet sie schnell und mit reichlich Verve.

Frau Dorn, sind Sie ein Mensch, der sich schnell langweilt?

Thea Dorn: Das kommt ganz darauf an, worum es geht. Auf Partys langweile ich mich schnell, weil ich keine Smalltalk-Geduld habe. Auch wenn sich jemand trottelig anstellt, verliere ich schnell die Ruhe. Es gibt aber Bereiche, in denen ich äußerst hartnäckig sein kann. Beispielsweise wenn ich ein Buch schreibe. An „Mädchenmörder“ habe ich vier Jahre gesessen, zuletzt zwölf Stunden am Tag.

Ich frage, weil Ihr Lebenslauf alles andere als gradlinig verlief. Erst wollten Sie singen, dann ans Theater, dann unterrichteten Sie an der Uni, jetzt schreiben Sie und moderieren im Fernsehen.

In einer freien Gesellschaft gibt es eben zahlreiche biografische Wege, die einem offen stehen. Das ist gleichzeitig schön und schrecklich. Ich hatte das Pech, mehrere Begabungen zu haben. Schon zu Schulzeiten habe ich gelesen wie der Teufel, Theater gespielt, gesungen, war gut in Sprachen, hatte aber auch 15 Punkte im Mathe-Abi.

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