Stewart Copeland

Stewart Copeland

„Ich verstecke mich nicht. Ich lüge lieber.“

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Zur Person

24.10.2006, Berlin. Der ehemalige The Police-Schlagzeuger ist vom blonden Pop-Beau zum grauhaarigen Hollywood-Komponisten gereift. Zunächst noch skeptisch, lässt sich der Sohn zweier Geheimdienstmitarbeiter zusehends auf ein Thema ein, das nicht nur das Dasein seiner Eltern, sondern auch seine eigene Zeit als internationaler Superstar überschattete: ein luxuriöses Doppelleben im Verborgenen.

Mr. Copeland, angenommen, nachts klingelt Ihr Telefon und ein Agent vom CIA will sich mit Ihnen treffen. Was wäre Ihr erster Gedanke?

Stewart Copeland: Hey, cool! Habe ich die Möglichkeit, eine Regierung zu stürzen? (lacht)

Dass der Anruf eventuell etwas mit dem Job Ihrer Eltern zu tun haben könnte, die beide im Mittleren Osten für den Geheimdienst tätig waren, käme Ihnen nicht in den Sinn?

Nein. Man hat mich immer wieder gefragt, wie es war, einen blutsaugenden, republikanischen CIA-Hardliner zum Vater zu haben. Das Problem ist: Mein Dad war ein genialer, überaus freundlicher Mann. Er würde seine Partei nicht wieder erkennen, wäre er noch am Leben. Damals stand die republikanische Gesinnung für eine überschaubare Regierung, die sich nicht in persönlichen Belange einmischte. Die Rechte des Einzelnen waren diesen Leuten heilig. Die Bush-Administration maßt sich genau das Gegenteil an, indem sie vorschreiben will, was moralisch und was verwerflich ist. Anderen Staaten mit der Moralkeule zu kommen – das war früher eher der Stil der Demokraten.

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