Sophie Hunger
„Ich will wissen, was das hier alles soll!“
Zur Person
Sophie Hunger (geboren am 31. März 1983 in Bern) ist Tochter der schweizerischen Juristin und Politikerin Myrtha Welti-Hunger und des Diplomaten Philippe Welti. Weil dieser in diversen Ländern tätig war, wuchs sie unter anderem in London, Bonn und Zürich auf. Ihr erstes Album veröffentlichte sie 2006 auf eigene Faust, der Durchbruch gelang ihr zwei Jahre später mit dem Werk „Monday’s Ghost“ – einem Nummer-eins-Hit in der Schweiz. Hunger singt auf Englisch, Französisch, Deutsch und Schweizerdeutsch, für Zeitungen und Magazine schreibt sie Kolumnen. Weil sie schon als Kind und Jugendliche dauernd umzog, hat sie sich auch im Erwachsenenalter für wechselnde Wohnorte entschieden. Sie hat eine Bleibe in Berlin, lebt auch in Zürich und verbringt mit ihrer Familie viel Zeit in einem Dorf in der Schweiz.
28. Juni 2018, Berlin. Am Vorabend hat die deutsche Nationalmannschaft gegen Südkorea verloren, das WM-Aus. Sophie Hungers Mitleid hält sich in Grenzen, ihre Schweizer „Nati“ hat im Spiel danach das Achtelfinale erreicht. Die international erfolgreiche Sängerin und Songwriterin ist ein riesiger Sportfan, das Match war von großer Bedeutung. Im Interview erklärt sie, warum sie den Sieg dennoch nicht genießen konnte, wieso ein falscher Schlag von Roger Federer ihr den Tag vermiesen kann und warum in der Kunst Authentizität nichts verloren hat. Dass sie am Ende darauf pocht, im Zweifel die Armbrust zucken zu dürfen, zeigt: Das schweizerische Idiom wird sie auch in der Wahl-Heimat Berlin nicht ablegen.
Frau Hunger, Glückwunsch zum Achtelfinaleinzug der Schweizer Nationalmannschaft!
Vielen Dank.
Wo schaut mal als Schweizerin in Berlin ein Spiel der „Nati“?
Ich habe dieses Mal den Fehler gemacht, es mit Leuten zu schauen, die dieses Spiel nicht so richtig interessiert hat. Es wurde viel geplaudert, man wurde oft angesprochen zu fussballfremden Themen, das hat mich ein wenig gestört. Ich habe mir dann gedacht: Das machst du nie mehr, ab jetzt schaue ich nur noch mit Leuten, die ebenfalls Hingabe pflegen. (lacht) Naja, es waren nun mal auch Deutsche, und für die war die WM nach der Niederlage gegen Südkorea erst mal vorbei, das kann man verstehen.