Rudi Cerne

Rudi Cerne

„Mein Menschenbild hat sich durch ›Aktenzeichen XY‹ eher bestätigt.“

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Zur Person

Rudi Cerne wurde 1958 in Wanne-Eickel geboren. Sein Vater war Malermeister und in seiner Jugend Eiskunstläufer – eine Passion, die er auf seinen Sohn übertrug. Als Sechsjähriger begann Rudi Cerne mit dem Eiskunstlauf und wurde schnell erfolgreich. Neben Titeln als Deutscher Meister errang er international 1984 die Silbermedaille bei der Europameisterschaft in Budapest und den vierten Platz bei den Olympischen Spielen in Sarajevo. Nach seiner Leistungssportlerkarriere wurde er Profi bei der Eisrevue „Holiday on Ice“. Parallel absolvierte er eine Ausbildung zum Eiskunstlauftrainer, entschied sich beruflich jedoch für den Einstieg in den Fernsehjournalismus beim WDR und HR. Er berichtete zunächst vor allem für die ARD von Eiskunstlauf- und Tanzturnieren, wechselte aber 1996 zum ZDF, wo er als Livereporter arbeitete und ab 1999 u.a. das „Aktuelle Sportstudio“ moderierte. Seit 2002 ist er Moderator der Sendung „Aktenzeichen XY … Ungelöst“. Ende März dieses Jahres wurde er zum zweiten Mal mit der Ehrenkriminalmarke des Bundes Deutscher Kriminalbeamter ausgezeichnet. Rudi Cerne ist verheiratet, hat eine Tochter und lebt in Rodenbach bei Hanau in Hessen.

17. April 2026, Berlin. Der Tag liegt wettermäßig unter einer Wohlfühlglocke und auch das Gespräch mit Rudi Cerne verläuft atmosphärisch angenehm. Die im heutigen Medienumfeld fast altmodisch wirkende Unaufgeregtheit und Ausgeglichenheit, wie man sie von dem bekannten ZDF-Moderator aus dem Fernsehen gewohnt ist, überträgt sich auch über das Telefon. Inhaltlich geht es allerdings nicht ums Wohlfühlen, sondern um schwere Kriminalfälle aus dem echten Leben, wie sie Rudi Cerne seit über zwei Jahrzehnten in der erfolgreichen Sendung »Aktenzeichen XY... Ungelöst« präsentiert. Und auch der Rückblick auf seine Vergangenheit als professioneller Eiskunstläufer führt mit ihm nicht gerade zu Wohlfühlgeschichten.

Rudi Cerne, haben Sie den Film „I, Tonya“ gesehen?

Nein, leider nicht.

Es geht um eine wahre Begebenheit bei den Olympischen Winterspielen 1994: Der Freund der US-Eiskunstläuferin Tonya Harding hatte deren Konkurrentin Nancy Kerrigan, ebenfalls aus den USA, angegriffen und am Knie verletzt, um sie auszuschalten. Diese ungewöhnliche Verbindung von Eiskunstlauf und Verbrechen hat damals viele fasziniert.

Ich kenne zwar den Film nicht, aber die beiden realen Protagonistinnen. Mit Tonya Harding machte ich Bekanntschaft, als ich – lange vor diesem sogenannten Eisenstangen-Attentat – für einen Sportbericht Filmaufnahmen mit ihr auf dem Eis machte. Dabei habe ich sie als sehr umgängliche Frau und Sportlerin kennengelernt. Nancy Kerrigan kannte ich ebenfalls persönlich von verschiedenen Schaulaufen in Garmisch-Partenkirchen.

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