Robyn
„Ich hatte die frühere Robyn ein wenig satt.“
Zur Person
Robyn gilt als Pionierin der Musikindustrie, die als erste weibliche Künstlerin ihre eigene Plattenfirma gegründet hat. Während der achtjährigen Entstehungszeit ihres neuen Albums ist einiges passiert: Beziehungsaus und Pandemie, die Entscheidung für eine künstliche Befruchtung und die Geburt des Kindes. »Sexistential« erzählt von all diesen Erfahrungen, von denen die eigenwillige Schwedin auch im Interview berichtet. Worauf es dabei besonders ankam: Widersprüche aushalten und Dualität zulassen.
Acht Jahre sind seit Robyns bis dahin letztem Album vergangen. Und was in dieser Zeit alles passierte! Beziehungsaus und Pandemie, die Entscheidung für eine künstliche Befruchtung und die Geburt des Kindes. »Sexistential«, das neue Album des eigenwilligen schwedischen Popstars, erzählt in neun Tracks von den Erfahrungen, die Robyn in dieser Zeit sammelte. Worauf es dabei besonders ankam: Widersprüche aushalten und Dualität zulassen.
Robyn, Sie veröffentlichen vergleichsweise selten neue Musik. Nun sind Sie vor einigen Jahren Mutter geworden. Ein paar Tracks des neuen Albums handeln von Ihrer neuen Rolle, Sie singen dabei ganz offen über die In-vitro-Fertilisation. Brauchen Sie existenzielle Veränderungen, um Inspiration für neue Songs zu finden?
Ich bin mir unsicher, ob ich da zustimmen möchte. Innerhalb von acht Jahren passieren ja sehr viele Dinge. Es gab viele Veränderungen, größere wie kleinere, es gab aber nicht diesen einen Moment, der alles ins Rollen gebracht hätte. Ich arbeite eigentlich immer an neuen Songs, und diese werden von allen Erfahrungen geprägt, die ich in dieser Zeit sammle. Das war auch bei diesem Album so.
Welche Erfahrungen haben Sie gesammelt?
Die IVF-Behandlung sprachen Sie ja bereits an. Zuvor habe ich eine lange Beziehung beendet, die Pandemie brach aus. Ich habe die Entscheidung getroffen, Mutter zu werden, dahinter steckt ja auch ein längerer Prozess. Dann habe ich das Baby bekommen und bin seitdem alleinerziehende Mutter. Darüber hinaus habe ich auch noch mein Management gewechselt. Das alles führte zu vielen neuen Erfahrungen und Emotionen, die ich bis dahin noch nicht kannte. Gefühle, von denen ich glaubte, sie nie oder nie wieder erleben zu dürfen. (überlegt) Die Veränderungen waren auch für meine Musik wichtig, weil ich die Robyn-Figur, über die ich zuvor viele Songs geschrieben hatte, ein wenig satthatte.