Robert Stadlober

Robert Stadlober

„Bislang war Ernst des Lebens immer nur kurz zu Gast.“

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  • Jonas Holthaus
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Zur Person

24. September 2021, Wien. Robert Stadlober gehört nicht zu den Schauspielern, die komplexe Fragen arg unterkomplex beantworten. Stattdessen gehört er zu den Interviewpartnern, die in ihren Antworten aus- und abschweifen – und ganz nebenbei hochinteressante Anekdoten erzählen. Zum Beispiel die von einem zähen Glas Wein im Wohnwagen von Klaus Maria Brandauer. Oder einer Begegnung mit Günter Grass auf einer Rolltreppe am Berliner Hauptbahnhof, die Stadlober zu einer heftigen Reaktion verführte – und Grass zu einem bösen Blick.

Robert Stadlober, wie sieht ein normaler Tagesablauf bei Ihnen aus?

Ich würde mir manchmal einen solchen wünschen. Der sähe dann so aus, dass ich meine Kinder morgens in den Kindergarten bringe, dann nach Hause gehe und zwei Stunden am Schreibtisch in wahnsinnig intensiver Arbeit ganz wichtige Dinge erledige – und danach nichts mehr mache. Aber das passiert sehr selten.

Was würde denn dann am Schreibtisch wahnsinnig Intensives entstehen?

Gerade liegt hier zum Beispiel ein Lastschriftmandat herum, das ich unterschrieben zurückschicken muss. Dazu komische Post vom Finanzamt. Wenn ich das alles mal erledigt habe, diese ganzen Stapel, dann gäbe es verschiedenste Dinge, die ich schreiben und organisieren würde. Meistens hat es irgendwas mit Bühnenstücken zu tun, da schwirrt mir gerade wieder was im Kopf rum, aber ich komme eben nicht dazu, das fertigzustellen. Das wahre Leben – oder besser: das Leben, das uns da draußen immer wieder aufgezwungen wird – erlaubt es mir einfach nicht.

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