Philipp Winkler

Philipp Winkler

„Maskulines Pathos funktioniert nur, wenn Männer unter sich bleiben.“

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  • Stephan Floss
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Zur Person

13.03.2017, Leipzig. Wir treffen uns am frühen Abend in einem dunklen Pub im alternativen Viertel Leipzig-Lindenau. An der Wand hängt ein Fernseher, es läuft Fußball, was sonst. Man erwartet bei einem so martialischen Romantitel wie „Hool“, dass der Autor einer dieser Typen mit sehr festem Händedruck ist - erfreulicherweise entspricht Philipp Winkler diesem Klischee, das auch viele der veröffentlichten Fotos von ihm bedienen, nicht. Stattdessen: kurzer, weicher Händedruck, leise Stimme, kein Alpha-Männchen-Gehabe. Nichtsdestotrotz hat der Mann ein Buch geschrieben, das von vielen Kritikern als authentischer Einblick in ein kriegerisches Milieu gelobt wird. Aber was ist an Hooligans eigentlich so faszinierend?

Herr Winkler, waren Sie selbst ein Hooligan?

Nein, nie gewesen. Darüber nachgedacht habe ich bestimmt mal, aber nicht ernsthaft. Dazu habe ich selbst zu wenig Lust auf Gewalt und schlicht keinen Bock, auf die Fresse zu kriegen. Die Zähne zu verlieren, ist nicht schön und ziemlich teuer. Dann muss man auch die Bereitschaft haben, jemand anderen zu verletzen, das muss man auch erst mal können.

Und wollen!

Ja, und erst mal wollen, stimmt.

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