Phil Collins

Phil Collins

„Ich war nie im Trend.“

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28.01.2016, London. Um 16:15 Uhr wollte Phil Collins anrufen, doch das Telefon klingelt schon zwanzig Minuten früher. Ob man schon bereit sei? Aber natürlich. Schließlich lässt man keinen Mann warten, der weltweit 150 Millionen Alben verkauft hat. Mehr als Frank Sinatra, Kanye West oder Bruce Springsteen. „Keine privaten Fragen“, hieß es im Vorfeld, aber das ist Quatsch: Collins redet bereitwillig über seine Alkoholerkrankung, die ihn beinahe das Leben gekostet hätte und sogar über das Liebes-Comeback mit seiner dritten Frau. Anlass des Interviews sind die neuen Auflagen seiner alten Alben. Die Musik kennt man, auf den Covern stellt der Phil Collins von heute den Künstler von damals nach. Mühelos pendelt der Mann, der zwei Tage nach dem Gespräch 65 Jahre alt wird, zwischen bitterem Humor und ernsten Betrachtungen. Dabei dreht sich vieles um die zentrale Frage seines Lebens: Wie kann man Phil Collins nur so hassen?

Mr. Collins, Sie sind der erste Superstar, der bei einem Interview nicht auf sich warten lässt, sondern das Gespräch eine Viertelstunde früher beginnen möchte.

(lacht) Da können Sie mal sehen. Wir waren heute Morgen beim Frühstücksfernsehen in Manchester. Da musste ich sehr früh parat stehen. Ich bin daher froh, wenn ich gleich Feierabend habe. Es geht dann früh ins Bett.

Mich hat eben mein sechs Jahre alter Sohn gefragt, wer Phil Collins ist. Meine Antwort: ein Superstar, der im Ruhestand war und nun zurückkommt. Einverstanden?

(überlegt) Komme ich tatsächlich schon wieder zurück? Ich bin mir nicht sicher. Klar, ich veröffentliche meine alten Alben noch einmal neu. Dazu gebe ich Interviews. Die Leute erfahren also, was ich zu sagen habe und wie es mir geht. Vielleicht laufen einige der Songs auch wieder häufiger im Radio. Aber von einer echten Rückkehr möchte ich doch lieber erst dann reden, wenn noch mehr passiert.

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