Nigel Kennedy

Nigel Kennedy

„Balance ist frei von Bullshit.“

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Zur Person

02. März 2022, Krakau. Die Zoom-Verbindung steht, ebenso wie der Gesprächspartner – in einem scheunenartigen Raum, umgeben von Musikinstrumenten. Sein „Musikzimmer“, wie Nigel Kennedy verrät. Auf die Frage, ob er sich nicht setzen möchte, antwortet er: „Als Geiger ist man es gewohnt, wichtige Dinge im Stehen zu erledigen. Es fühlt sich richtiger an.“ Kennedy trägt ein Trikot seines Lieblingsclubs Aston Villa und erzählt eine Stunde lang von seinem aufregenden Leben, das er während der Pandemie in Form einer Autobiografie niederschrieb. Selbst die peinlichsten Momente wie schwere Besäufnisse, verpasste Konzerte und wilde Schlägereien spart er nicht aus. Er redet mit Händen, Füßen sowie vielen Kraftausdrücken – und lacht dabei außerordentlich häufig.

Nigel Kennedy, in Ihrer Autobiografie liest man ungewöhnlich viel über Rückschläge, verpasste Chancen und schiefgelaufene Konzerte. Darf man sich Sie dennoch als glücklichen Menschen vorstellen?

Wie könnte ich nicht glücklich sein? Ich mache schon mein ganzes Leben lang Musik, Menschen bitten mich darum, überall auf der Welt für sie zu spielen – und ich werde dafür auch noch brutal gut bezahlt. Nennen Sie mir einen Grund, warum mir nicht konstant die Sonne aus dem Hintern scheinen sollte? Ich empfinde mein gesamtes Leben als ein einziges Wunder.

Ist Ihnen das Wunderbare an Ihrem Leben durch das Schreiben des Buches noch einmal neu bewusst geworden?

Absolut – und mehr. Ich empfand das Schreiben als kathartische Erfahrung. Weil ich so ein aufregendes Leben führen darf, finde ich selten Gelegenheit, auf all die großartigen Momente zurückzuschauen, die ich erlebt habe. Diese Erinnerungen aufzurufen, war eine tiefenpsychologische Erfahrung. Sie hat mich auch als Mensch verändert.

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